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Mittagessen im Flur ist bald Geschichte

Till Backhaus als „Mitesser“: Im Schulflur der Regionalschule Blankensee unterhält sich der Minister mit den Kindern beim Essen.  
Till Backhaus als „Mitesser“: Im Schulflur der Regionalschule Blankensee unterhält sich der Minister mit den Kindern beim Essen.  
Ute Köpke

Beim Mittagessen im Schulflur sitzen: In Blankensee macht das den Schülern nicht wirklich Spaß. In den benachbarten Unterrichtsräumen ziehen die Essensgerüche durch die Stunde und der Geräuschpegel wirkt störend. Das soll sich im kommenden Jahr ändern.

Mit drei verschiedenen Mittagsangeboten und Preisen ab 2,50 Euro macht die Essensversorgung in der Regionalschule „Am Kirschgarten“ in Blankensee etwas her. Nur dass die Mahlzeiten im Flur einzunehmen sind, ist seit Jahren ein unhaltbarer Zustand. Im provisorisch umfunktionierten Schulgang nebst Putzmittelraum finden nicht mal 50 Schüler Platz.

„Wir haben aber mehr als 300 Schüler und von denen gehen aktuell 140 Jungen und Mädchen essen“, weiß Schulleiter Heiko Djalek. Damit in diesem schmalen Provisorium die Versorgung etwas entspannter wird, ist die Essenspause geteilt worden. So beginnen die größeren Schüler ihre Pause bereits um 11.50 Uhr „Meistens essen die Größeren schneller“, weiß Heiko Djalek. Die Klassen eins bis drei können danach ihr Mittag ohne Zeitdruck einnehmen, da sich für die Jüngeren nach der Mittagspause auch die Hausaufgabenstunde anschließt.

„Trotz alledem ist für Kinder und Lehrerpersonal diese Situation nicht mehr länger zumutbar“, betont der Schulleiter den dringenden Bedarf an einem Speiseraum. Denn dank steigender Schülerzahlen sei der Bestand der Regionalschule mittelfristig gesichert, da lohne sich die Investition auf alle Fälle. „Wir haben bereits mit der Einführung der Ganztagsschule im Jahr 2002 den ersten Antrag gestellt“, blickt Wulf Bednorz als Bürgermeister der Gemeinde Blankensee zurück. Außerdem benötige die Gemeinde entsprechend dem demografischen Wandel ein generationsübergreifenden Treffpunkt.

Dem Bedarf soll jetzt ab 2014 entsprochen werden. Dafür hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus aus dem Fördertopf für die Entwicklung im ländlichen Raum einen Zuwendungsbescheid in Höhe von knapp 177 000 Euro an Schulleiter Heiko Djalek übergeben.

Spielt das Wetter mit, beginnt im März der Bau eines multifunktionalen Pavillons. Für 250 000 Euro entsteht dann ein attraktiver Neubau. Für Licht und einen Ausblick ins Grüne sorgt eine große Glasfassade zur angrenzenden Freifläche mit dem Kiefernwall. Der Pavillon umfasst einen 150 Quadratmeter großen Saal mit über 100 Essensplätzen.

Dabei soll dieser Raum nicht nur für Schülermahlzeiten zur Verfügung stehen. Durch seine zentrale Lage nahe der Straße mit der Anbindung ans Schulgebäude sind kurze Wege gegeben. So soll der Neubau zukünftig als Begegnungsstätte für Jung und Alt dienen.