Kaum zu fassen: Dieser immense Müllberg wurde vermutlich kurz vor Ostern in einem Naturschutzgebiet bei Klein Vielen abge
Kaum zu fassen: Dieser immense Müllberg wurde vermutlich kurz vor Ostern in einem Naturschutzgebiet bei Klein Vielen abgeladen. Jörg Botta
Umweltfrevel

Müllberg am Wald – Belohnung für Hinweise auf Verursacher ausgesetzt

Kurz vor Ostern wurden Bauabfälle an einem Wanderweg am Klein Vielener See in der Natur entsorgt. Wer hat die Umweltfrevler gesehen?
Klein Vielen

So viel Gleichgültigkeit ist kaum zu überbieten. „Wie dickfällig muss man nur sein, um hier seinen Müll abzukippen“, ärgert sich Jörg Botta. Der Gemeindevertreter aus Klein Vielen hat über die Osterfeiertage nach Hinweisen aus dem Dorf einen großen Müllhaufen dokumentieren müssen. Am Ortsrand, auf einem Feldweg in Richtung des Klein Vielener Sees, haben Umweltfrevler jede Menge Bauabfälle achtlos in die Natur geschmissen. Alte Dachrinnen, massenweise Dämm-Materialien und Plastik-Säcke mit weiterem Unrat liegen nun am Rand eines Waldstücks, bei dem es sich laut Botta um ein Naturschutzgebiet handelt und das dem Naturschutzbund (Nabu) gehört.

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Kurz vor Ostern am Wegesrand abgeworfen

Vermutlich wurde der Müll kurz vor Ostern abgeschüttet. Am Gründonnerstag sollen die Abfälle dort bereits gesehen worden sein, schildert Botte. Über die Stelle, die bislang von derartiger Verschmutzung verschont blieb, ist der Klein Vielener verwundert. Immerhin handle es sich um eine Sackgasse und der Müll sei auf halbem Wege in Richtung des Sees, etwa 700 Meter hinter dem Dorf abgeladen worden.

Das Risiko, beobachtet zu werden, sei daher eigentlich groß gewesen. Eventuell gebe es Zeugen, die etwas gesehen haben, hofft Botta. Der Gemeindevertreter hat daher nun 100 Euro Belohnung ausgesetzt für ausschlaggebende Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Helfen könnten dabei auch Berichte über beobachtete Fahrzeuge mit Anhänger oder Transporter. „Vielleicht erkennt auch jemand die Baumaterialien wieder und weiß, auf welcher Baustelle sie zuvor lagerten“, so Botta. Hinweise können an die Gemeinde oder aber an das Ordnungsamt im Amt Neustrelitz-Land gerichtet werden. Dort hat der Klein Vielener den illegalen Müllberg in dieser Woche auch gemeldet. Das Ordnungsamt wiederum wolle das Umweltamt beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Kenntnis setzen, hieß es.

Beliebter Wanderpfad

„Das Abkippen an dieser Stelle war schon besonders dreist“, findet Botta und schüttelt ungläubig mit dem Kopf. Nicht nur, dass ein Naturschutzgebiet angrenzt – der Weg ist auch ein beliebter Wanderpfad. Die Gemeinde habe erst vor wenigen Jahren ganz in der Nähe eine Obstbaumallee anlegen lassen. Damit sei ein schöner Rundweg entstanden, berichtet er. Dieser hat nun natürlich einen hässlichen Makel. Es sei schon ärgerlich genug, wenn einzelne Müllsäcke in der Natur auftauchen. „So etwas kann dann aber wenigsten noch von unserem Gemeindearbeiter eingesammelt werden. Dieses Ausmaß von einer illegalen Müllverkippung übersteigt jedoch die Möglichkeiten zur Entsorgung durch die Kommune“, erklärt er.

Müllverkippungen sind ein Dauerproblem und haben 2021 sogar wieder mehr Kosten beim Landkreis verursacht als noch in den Jahren zuvor. So mussten laut Auskunft aus der Kreisverwaltung im Vorjahr 51 000 Euro in der Seenplatte für die Beräumung illegal entstandener Müllberge aufgebracht werden. Ein Jahr zuvor waren es 43 000 Euro und 2019 schlugen 44 000 Entsorgungskosten zu Buche.

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