Wo Granaten in den Ofen wandern
Munitionsberger haben noch 200 Jahre Arbeit

Tückische Hinterlassenschaft: Bei der Entsorgung explosiver Fundstücke lassen die Spezialisten höchste Sorgfalt walten.
Tückische Hinterlassenschaft: Bei der Entsorgung explosiver Fundstücke lassen die Spezialisten höchste Sorgfalt walten.
André Gross

Die Kampfmittelbeseitigung in der Strelitzer Region ist ein schleppendes Unterfangen. Es fehlt an Geld. Immerhin können die kreuzgefährlichen Hinterlassenschaften jetzt am Zwischenlager vernichtet werden.

Rund 100 Tonnen Fundmunition sind seit dem Frühjahr in der Nähe von Mirow vernichtet worden. Damit ist der dortige Bunker des Munitionsbergungsdienstes leer. Möglich wurde die Aktion durch den Einsatz einer mobilen Zerlegungsanlage der Firma Dynasafe aus Winsen an der Aller. „Ein paar Wochen bleiben uns noch, dann ziehen wir ab, um irgendwann wiederzukommen“, sagt Entsorgungsstellenleiter Ralf Habermann.

Fred Tribanek, Leiter der Mirower Außenstelle des Munitionsbergungsdienstes, weiß die mobile Zerlegungsanlage zu schätzen. „Es ist äußerst kompliziert, Munition von A nach B zu transportieren, der Sicherheitsaufwand ist enorm.“ In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Zerlegungsbetriebe auf Usedom und in Jessenitz bei Hagenow. außerdem eine Einrichtung des Bundes im westfälischen Munster. In Deutschland widmen sich rund 50 private Firmen der Kampfmittelbeseitigung, die von den staatlichen Munitionsbergungsdiensten hinzu gezogen werden.

Das Acht-Mann-Team der Mirower Munionsberger ist in diesem Jahr bereits zu 75 Soforteinsätzen gerufen worden. Aufträge gibt es genug, doch die Landes- und Bundesmittel zur Munitionsräumung sind begrenzt. „Bei dem Tempo haben wir noch etwa 200 Jahre Arbeit", sagt Tribanek.