Zum Verwechseln ähnlich. Welche Luisen-Büste gehört wohin? Nach Neustrelitz oder Hohenzieritz? Jetzt sind beide
Zum Verwechseln ähnlich. Welche Luisen-Büste gehört wohin? Nach Neustrelitz oder Hohenzieritz? Jetzt sind beide an ihre angestammten Plätze zurückgekehrt. Staatliche Schlösser und Gärten
Die Marmorbüsten wurden jetzt ausgetauscht. Zum heutigen Luisen-Gedenktag kann erstmals das originale Kopfstück in H
Die Marmorbüsten wurden jetzt ausgetauscht. Zum heutigen Luisen-Gedenktag kann erstmals das originale Kopfstück in Hohenzieritz betrachtet werden. Staatliche Schlösser und Gärten
Die Absplitterungen an der Wange sind nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den Luisenbüsten in Neustrelitz u
Die Absplitterungen an der Wange sind nicht das einzige Unterscheidungsmerkmal zwischen den Luisenbüsten in Neustrelitz und Hohenzieritz. Viele Jahre standen die von Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffenen Kopfstücke nicht an ihren angestammten Orten. Staatliche Schlösser und Gärten
Ausflugs-Tipp

Nach 77 Jahren kehrt die echte Luise ins Schloss zurück

In Hohenzieritz wird gefeiert: Die originale Luisen-Marmorbüste ist an ihren angestammten Platz zurückgekehrt. Für Besucher gibt’s am Dienstag viel zu sehen.
Hohenzieritz

Nach 77 Jahren kehrt die originale Marmorbüste der Königin Luise an ihren angestammten Schauplatz zurück: die Gedenkstätte im Schloss Hohenzieritz zwischen Neustrelitz und Penzlin. Auf den Tag genau vor 212 Jahren, am 19. Juli, starb die Preußenkönigin mit nur 34 Jahren auf der Sommerresidenz ihres Vaters in Hohenzieritz. Ihr zu Ehren ließ ihr Vater, Herzog Carl, das Sterbezimmer und die beiden Vorzimmer als Gedenkort herrichtet.

1834 wurde hier die von Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffene Büste persönlich aufgestellt. Es handelt sich um eines von insgesamt acht Kopfstücken, die unter anderem als Erinnerung für Luises Kinder gefertigt wurden. Sie sind Nachbildungen des Kopfstückes der berühmten Liegefigur auf dem Sarkophag für Luise, den Rauch für das Mausoleum in Charlottenburg schuf.

Büste landete auf dem Kopfsteinpflaster

Bis 1945 zierte die Büste das Sterbezimmer in Hohenzieritz. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Luisen-Gedenkstätte vom sowjetischen Kommandanten als Büro beschlagnahmt, der alle Gegenstände hinauswerfen ließ. So landete die Büste auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Schloss. „Dem alten Lehrer Hartwig ist es zu verdanken, dass das Stück nicht spurlos verschwand. Er schaffte das etwas lädierte Kunstwerk mit ein paar kräftigen Schülern im Schutz der Dunkelheit fort“, berichtet Hans-Joachim Engel, jahrelanger Kurator der Luisen-Gedenkstätte. Die Büste wurde auf dem Dachboden des Schulhauses versteckt.

Eine Luisen-Verehrerin bekam die Büste 1962 dort zu Gesicht. „Unter dem Vorwand, das Kunstwerk restaurieren zu lassen, ließ die damalige Leiterin des Stadtmuseums Neustrelitz es später abholen und stellte es dann in Neustrelitz aus“, schreibt Engel in einer jüngst erschienenen Broschüre. So kam die Büste nach Neustrelitz.

Als im Jahr 2000 der Schlossverein die Gedenkstätte neu eröffnete, lag – in eine alte Militärplane gewickelt – ein Marmor-Kopfstück der Königin auf der Freitreppe. Viele Jahre gab es keine Hinweise darauf, wer es dort hingelegt hat. Nun lüftet Hans Joachim Engel das Geheimnis: Bei Aufräumarbeiten am zerstörten Schloss Neustrelitz wurden wertvolle Fundstücke auf dem örtlichen Bauhof eingelagert. „Als man aus Platzgründen mit der Räumung begann, wurde auch das Marmor-Kopfstück zur Entsorgung freigegeben.

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Mit Wodka die Büste vor dem Verschwinden gerettet

Ein Strelitzer Bürger, der bei den Arbeiten dabei war, kannte den Wert der Büste. Ihm gelang es durch Überredungskunst und einige Flaschen Wodka, die Büste zu retten. „Als er von der Wiedereinrichtung der Gedenkstätte hörte, heckte er mit dem damaligen Hohenzieritzer Bürgermeister Werner Maaß den Plan aus, die Büste auf die Schlosstreppe zu legen“, schreibt Engel. So gelangte die Neustrelitzer Büste nach Hohenzieritz.

Es sollten mehr als 20 Jahre ins Land ziehen, bis alle Unklarheiten ausgeräumt waren und ein Tausch der Büsten stattfinden konnte. Hans-Joachim Engel wäre gerne bei der feierlichen Einweihung heute dabei gewesen. Der einstige Gedenkstätten-Kurator ist heute 87 Jahr alt und lebt in Berlin. Die Reise nach Hohenzieritz kann er aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten.

Der Luisen-Gedenktag an diesem Dienstag beginnt um 11 Uhr mit einer Führung durch den Schlosspark. Um 14 Uhr findet unter dem Titel „Luise: Von der Jungfer Husch zur Königin“ eine Familienführung mit Puppenspiel statt. Um 16.30 Uhr wird schließlich die „neue“ Luisenbüste begrüßt und vorgestellt. Ab 17 Uhr hält Saskia Hüneke einen Vortrag unter der Überschrift „Bildhauerische Wege bis zum Luisenbild in Hohenzieritz“. Der Eintritt zur Luisen-Gedenkstätte an diesem Tag ist kostenfrei.

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