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Nach Baustopp erfüllt sich Sanierungstraum

Die Dachziegel für die Diemitzer Kirche liegen schon bereit. Birgit Hinsch und Renate Dechert vom Förderverein (von rechts) begutachten die Biberschwänze zusammen mit Pastor Wilhelm Lömpke.
Die Dachziegel für die Diemitzer Kirche liegen schon bereit. Birgit Hinsch und Renate Dechert vom Förderverein (von rechts) begutachten die Biberschwänze zusammen mit Pastor Wilhelm Lömpke.
Susanne Böhm

Wegen einer Kosten­explosion mussten die Reparaturen an der Diemitzer Kirche verschoben werden – nun aber liegen die neuen Dachziegel bereit. Das äußerlich recht unscheinbare Gebäude ist innen durchaus sehenswert.

Beinahe wäre die Diemitzer Kirche schon im vergangenen Jahr saniert worden. Dann aber explodierten die Kosten. Plötzlich genügten die veranschlagten 155 000 Euro nicht, weil „der Zahn der Zeit erneut am Kirchendach und damit am Kostenvoranschlag genagt hatte“, wie Renate Dechert vom Förderverein Diemitz sagt. 90 000 Euro mehr wurden gebraucht.

In diesem Jahr aber wollen der Kirchenkreis und der Förderverein Nägel mit Köpfen machen. 250 000 Euro stehen zur Verfügung, zusammen­getragen aus öffentlichen Fördermitteln, Stiftungsgeldern und Privatspenden. „Ende März soll es losgehen“, kündigt Pastor Wilhelm Lömpcke an.

Die Ziegel, mit denen das Dach des barocken Gebäudes neu gedeckt werden soll, liegen schon am Fuße der Kirche bereit – traditionelle Biberschwänze. Fast ebenso wichtig sind die tragenden Deckenbalken, die erneuert werden. Außerdem werden die Fenster und der Putz aus­gebessert. Zuletzt erhält die Fassade einen neuen ­Anstrich.

Geheimnis um den schwebenden Engel

Seit 2010 bemüht sich der Förderverein, dem mittlerweile mehr als 50 Diemitzer angehören, um das kleine Gotteshaus im Herzen des Dorfes. Die Kirche wurde 1765 als massiver Backsteinbau er­richtet. Und so unscheinbar sie von außen wirkt, so überraschend ist ein Blick in ihr Inneres. Das Kirchenschiff mit Altar, Patronats­loge, Pastorenloge, Taufständer und Orgel ist wunderschön verziert. An der Decke leuchten die Sonne, der Mond, viele Sterne, Wolken und Engel. Vor dem Altar schwebt ein Taufengel.

Um diese uralte Holz­skulptur rankt sich ein Geheimnis, denn niemand weiß, woher sie kommt. „Der Engel wurde verstaubt und in Einzelteilen hinter der Orgel gefunden“, erzählt Wilhelm Lömpcke. „Er ist um einiges älter als der Altar, stammt vermutlich gar nicht aus der Diemitzer Kirche.“ Seine Sanierung wurde ebenfalls  durch Spendengelder ermöglicht.