BEI NEUSTRELITZ

Nach Storchen-Drama drei Jungvögel gerettet

In Bergfeld haben in diesem Jahr erstmals wieder Störche gebrütet. Einer der Vögel kam allerdings in Carpin ums Leben. Doch am Ende galt: Glück im Unglück.
In einem Karton wurden die drei Jungtiere zum Storchenpflegehof Papendort gebracht, wo sie nun heranwachsen sollen.
In einem Karton wurden die drei Jungtiere zum Storchenpflegehof Papendort gebracht, wo sie nun heranwachsen sollen. privat
Dankenswerterweise half die Freiwillige Feuerwehr Neustrelitz mit ihrer Drehleiter, als es darum ging, die drei Halbwaisen-Jun
Dankenswerterweise half die Freiwillige Feuerwehr Neustrelitz mit ihrer Drehleiter, als es darum ging, die drei Halbwaisen-Jungvögel in Bergfeld aus dem Nest zu holen. privat
Bergfeld.

Storchendrama in Carpin und fast auch eines in Bergfeld: Einem Weißstorch ist ein Ausflug offenbar zum Verhängnis geworden. Er muss am Ortseingang von Carpin totgefahren worden sein. Mitarbeiter der Naturwacht des Naturparks Feldberger Seenlandschaft bargen das verendete Tier zunächst. Die Frage, wo es herkommt, konnte allerdings nicht sofort geklärt werden, so Naturparkmitarbeiter Axel Griesau. Durch Beobachtungen von Anwohnern, dem laufenden Weißstorchmonitoring der Naturwacht und durch aufmerksame Ornithologen im Bereich der Ortschaft Bergfeld verdichteten sich innerhalb von wenigen Tagen die Hinweise, dass der tote Weißstorch von Carpin ein Elterntier des Brutpaares in Bergfeld war.

Jungtiere schutzlos dem Wetter ausgesetzt

Hier wuchsen im Storchenhorst auf dem Grundstück von Wilfried Romanowsky in diesem Jahr nach längerer Zeit wieder Jungtiere heran – insgesamt drei an der Zahl. Und der „Storchenvater“ hatte schon so eine Ahnung. Denn ihm war aufgefallen, dass sich nur noch ein Storch um den Nachwuchs kümmert und dass die jungen Störche sogar zeitweise allein und schutzlos in dem Horst saßen und dabei auch der intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Normal sei es hingegen, wenn ein Altstorch den Horst bewache, Schatten spendet und die Jungstörche mit Feuchtigkeit versorgt.

Hier war also Gefahr im Verzug. Gemeinsam mit der Naturwacht wurde deshalb entschieden, die Jungstörche aus dem Horst zu nehmen und zum Storchenpflegehof Papendorf zu bringen.

Dort existiert seit vielen Jahren ein ehrenamtlich arbeitender Verein, der sich dem Schutz des Weißstorches verschrieben hat. Hier wurden bereits mehrfach Jungstörche erfolgreich zum Ausfliegen gebracht, die ihre Wanderungen ins Winterquartier und zurück überstanden und mit Erfolg neue Brutvorkommen begründet haben.Doch an den Horst musste man auch erst einmal herankommen. Unbürokratische Unterstützung kam durch die Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz, die mit der Drehleiter anrückte. Damit war der Zugang zum Horst gesichert und die Tiere konnten entnommen werden.

Zum Storchenhof Papendorf gebracht

Anschließend wurden die jungen Störche durch die Naturwacht zum Storchenhof nach Papendorf gebracht. Dort gab es sogleich einen medizinischen Check und natürlich auch etwas für die hungrigen Schnäbel, unter anderem eine Portion Fisch.Die an der Aktion Beteiligten hoffen nun, dass die Jungstörche gesund aufwachsen und sich für ihre Reise in das afrikanische Winterquartier gut entwickeln werden.

Storchenvater Wilfried Romanowsky ist die Sache dennoch auch ein bisschen an die Nieren gegangen. „Eigentlich hat das ganze Dorf mit den Störchen gebangt“, erzählte er dem Nordkurier gestern. Die jetzt gefundene Lösung sei aber die beste, wenngleich es auch schon geschmerzt habe, mit anzusehen, wie der verbliebene Altstorch seine Familie gesucht habe, nachdem erst ein Elternteil verschwand und anschließend auch der Nachwuchs.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass es Aufregung um den Storchenhorst in Bergfeld gibt. Vor vier Jahren kam dort ein Jungtier in einem Unwetter um, erinnert Wilfried Romanowsky. Der Horst selbst steht schon seit 20 Jahren auf dem Grundstück. In den vergangenen drei Jahren hatte es keinen Nachwuchs gegeben.

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