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Nachts ist die Bahnhofs-Toilette stillgelegt

Dieses Toilettenhäuschen passt perfekt in den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz. Doch die äußere hübsche Hülle lässt nicht erkennen, dass es hier zwischen Brille und Becken ekelhafte Schmierereien gab, sodass sich das Haus jetzt nur noch tagsüber öffnet.
Dieses Toilettenhäuschen passt perfekt in den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz. Doch die äußere hübsche Hülle lässt nicht erkennen, dass es hier zwischen Brille und Becken ekelhafte Schmierereien gab, sodass sich das Haus jetzt nur noch tagsüber öffnet.
Anett Seidel

Das Edelklo ist zum Ekelklo geworden. Wer sein Geschäft im teuren Häuschen  verrichten möchte, kann dies nur noch von 6 bis 18 Uhr tun. Nicht ohne Grund.

Die Not mit der Notdurft sollte am Neustrelitzer Bahnhof eigentlich der Vergangenheit angehören. Eigentlich! Doch nun hat sich ein Leser gemeldet, der beschreibt, dass sich am Toilettenhäuschen seit mindestens einer Woche die Türen nicht mehr bewegen. „Ist dort die Elektrik kaputt“, fragt sich der Leser. Denn die automatischen Türen lassen sich per Knopfdruck nicht mehr öffnen. Er hat beobachtet, wie die Menschen vor verschlossener Tür stehen blieben und unverrichteter Dinge das stille Örtchen verlassen mussten.

„Die Toiletten am Bahnhof sind nicht defekt“, betont Stadtpressesprecherin Petra Ludewig. „Sie werden täglich kontrolliert.“ Allerdings ist das Häuschen täglich nur noch von 6 bis 18 Uhr geöffnet. Und das aus triftigem Grund. „Die Stadt sah sich vor einiger Zeit veranlasst, die derzeitigen Öffnungszeiten festzulegen, nachdem wiederholt massive Verschmutzungen in den Toiletten zu verzeichnen waren“, beschreibt Petra Ludewig den Missstand an Brille und Becken. Der Zustand in den Kabinen sei manchmal sogar so verheerend gewesen, dass den Mitarbeitern der beauftragten Reinigungsfirma die Reinigungsarbeit nicht mehr zuzumuten war. „Eine Nutzung war mitunter unmöglich.“ Nachdem die Öffnungszeiten eingeschränkt sind, hat sich die Situation gebessert.