"WIR FINDEN ALLE"

Ermittler suchen nackten Axt-Mann aus Neustrelitz

Der damals 38-Jährige, der im vergangenen Jahr in der Neustrelitzer Nordkurier-Redaktion für einen Polizeieinsatz gesorgt hatte, ist momentan unauffindbar.
Bianka Lenz Bianka Lenz
Der Mann war im Sommer nach einem Nackt-Ausraster in Neustrelitz festgenommen worden.
Der Mann war im Mai nach einem Nackt-Ausraster in Neustrelitz festgenommen worden. Bianka Lenz
Neustrelitz.

Der Mann, der im Mai vergangenen Jahres in der Neustrelitzer Nordkurier-Redaktion zwei Journalistinnen bedroht, sich anschließend vor der Redaktion entkleidet und Polizisten beleidigt hatte, ist momentan für den Arm des Gesetzes nicht greifbar. Die für heute angesetzte Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Waren wurde wegen „erfolgloser Ladung des Angeklagten aufgehoben“, teilte das Gericht mit.

„Der Angeklagte befindet sich an einem unbekannten Aufenthaltsort. Das Gericht kann seiner nicht habhaft werden“, erklärte Amtsgerichts-Direktorin Heike Paulmann auf Nordkurier-Nachfrage. Er werde gesucht. „Er versucht, sich durch Verschwinden dem Prozess zu entziehen. Aber erfahrungsgemäß finden wir alle“, so die Richterin.

Der damals 38-jährige Neustrelitzer hatte an einem späten Nachmittag die Redaktionsräume betreten, in denen sich zu diesem Zeitpunkt nur zwei Reporterinnen aufhielten. Die Frauen fühlten sich durch sein aggressives Verhalten bedroht, riefen die Polizei und flüchteten aus dem Gebäude. Vor dem Haus eskalierte die Situation. Der Mann zog sich auf einem Parkplatz am Markt vollständig aus, beleidigte die sehr schnell eingetroffenen Polizisten, versuchte, auf den Marktplatz zu rennen und widersetzte sich den Polizisten. Erst mit herbeigerufener Verstärkung gelang es, den nackten Störer zu verhaften und in Handschellen ins Polizeirevier zu bringen. Noch am selben Abend wurde er in die Psychiatrie eingewiesen.

Noch mehr Fälle

Im Juni 2016 hatte der Residenzstädter zum ersten Mal für Schlagzeilen gesorgt. Damals soll er einen Mann mit einer Axt über den Markt gejagt und gedroht haben, ihm den Schädel zu spalten. In seiner Wohnung hatte die Polizei damals die Axt und auch ein Schwert gefunden. Auch zu diesem Zeitpunkt war er in die Psychiatrie eingewiesen worden.

Nach Polizeiangaben ist der Neustrelitzer darüber hinaus in zehn weiteren Fällen auffällig geworden. Ihm sollen unter anderem schon Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung, Androhung einer Straftat, Störung der öffentlichen Ordnung und der Besitz von Betäubungsmitteln vorgeworfen worden sein.

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