Kunst

Namenloses Gemälde lässt Neustrelitzer rätseln

Seit Jahren ziert ein großes DDR-Gemälde die Büroräume von Ulrich Spanka. Doch wer es gemalt hat oder wie es eigentlich heißt, das ist bis heute unbekannt.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Wer hat dieses Bild gemalt, das in einem Neustrelitzer Büro hängt?
Wer hat dieses Bild gemalt, das in einem Neustrelitzer Büro hängt? Martina Schwenk
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Neustrelitz.

Es hängen mehrere Gemälde im Steuerbüro Spanka am Markt in Neustrelitz. Doch kein anderes gibt Ulrich Spanka so viele Rätsel auf wie das in seinem Konferenzsaal. Farbenfroh hängt es dort an der weißen Wand, und das bereits seit rund 15 Jahren. Aber wer es gemalt hat oder wie überhaupt der Titel des Werks lautet, das ist bis dato noch völlig unbekannt.

Dabei wurden umfangreiche Recherchen vorgenommen, Sachkundige konsultiert. Selbst Institutionen wie die Universität der Künste Berlin erhielten eine Anfrage. Doch keiner konnte wirklich Antworten geben. Unter anderem fehlt ein ganz entscheidender Hinweis. „Das Bild wurde nie signiert“, sagt Ulrich Spanka. Das, so die Meinung der von Spanka angefragten Fachleute, könnte bedeuten, dass der Künstler nicht zu seinem Werk stand. Vermutlich sei das Motiv vorgegeben worden und der Künstler wollte damit nicht in Verbindung gebracht werden.

Sollte diese Theorie stimmen, hat es funktioniert. Niemand konnte den Maler bislang ermitteln. Klar ist nur: Das Gemälde ist zu DDR-Zeiten entstanden, in den 50er- oder 60er-Jahren. So wurde es Spanka von mehreren Gutachtern bestätigt.

Bild wurde über Möbelbörse verkauft

Bevor es seinen Weg an den Markt in Neustrelitz fand, hing das vermeintlich namenlose Werk im Speisesaal des ehemaligen Altenpflegeheims Hohenlanke. Nach dessen Auflösung wurde die Einrichtung über die Möbelbörse verkauft, darunter eben auch das rätselhafte Gemälde. Daraufhin wurde es schließlich von Ulrich Spanka gekauft. „Es ist ein sehr schönes Bild, mit kräftigen Farben“, sagt der Besitzer.

Selbst nach der ausgiebigen, nur minder erfolgreichen Recherche zur eigentlichen Herkunft des Werks will Spanka aber nicht aufgeben. Er möchte immer noch gerne wissen, wer denn nun der Künstler ist. „Vielleicht weiß ja doch jemand etwas über das Bild und kann einen Hinweis geben.“ Wer Informationen zu dem Gemälde hat, kann sich im Steuerbüro Spanka am Markt 9 in Neustrelitz melden oder telefonisch unter der Nummer 03981 28880.

Kommentare (1)

In deutschen Landen trug man im 20. Jahrhundert nicht derart Kopftücher wie diese Frauen. Deutsche Frauen verknoteten ihre Kopftücher am Hals und trugen diese nicht offen. Dazu kommt der glatzköpfige, weißbärtige Großvater - der ist in der deutschen Kunst auch in den 1950/60er Jahre nicht typisch. Schafe spielen in deutschen Gemälden kaum eine Rolle, weil untypisch für den deutschen, ländlichen Alltag. Weiteres Indiz für nichtdeutsch ist die korbtragende Frau. Deutsche Frauen trugen/tragen Obstkörbe nicht wie hier dargestellt. Das Fuhrwerk dürfte auch nicht deutscher Tradition sein. Das Bild wird südosteuropäischer, slawischer Herkunft sein, also nicht Ungarn oder Rumänien.