Mehr als 40 Gäste hatten sich am Sonnabend in Prälank eingefunden, um gemeinsam mit Erwin Hemke (Mitte) auf seinen 9
Mehr als 40 Gäste hatten sich am Sonnabend in Prälank eingefunden, um gemeinsam mit Erwin Hemke (Mitte) auf seinen 90.Geburtstag anzustoßen und Rückschau zu halten. Tobias Lemke
Erwin Hemke packt auch mit 90 Jahren noch gern selbst an. Das Gießen einer frisch gepflanzten Winterlinde – ein Ge
Erwin Hemke packt auch mit 90 Jahren noch gern selbst an. Das Gießen einer frisch gepflanzten Winterlinde – ein Geschenk des Nabu – ließ er sich nicht nehmen. Irene Burow
90. Geburtstag

Naturschutz-Urgestein mit Stein und Bäumen beschenkt

Was er für Naturschutz und -foschung geleistet hat, lässt sich nur schwer zusammenfassen. Zum 90. Geburtstag von Erwin Hemke wurde auf besondere Weise an sein Wirken erinnert.
Prälank

Der Naturschutz in Mecklenburg-Strelitz ist mit einem Namen besonders eng verbunden. Wer wichtige regionale Meilensteine und Forschungsarbeiten im Bereich Umwelt nennen will, kommt an der Person Erwin Hemke nicht vorbei. Am 2. Juli feierte der Neustrelitzer Naturfreund seinen 90. Geburtstag und hat von seinen langjährigen Mitstreitern Ehrung erfahren. Zum Empfang wurde in den Findlingsgarten nach Prälank eingeladen, in der Kalkhorst wurden anschließend Bäume gepflanzt.

Schon früh engagierte sich der Diplomlandwirt, Fachlehrer und Studienrat seit 1952 etwa im Kulturbund. Er schloss sich der Fachgruppe für Naturschutz an, wurde deren Leiter und hob 1990 den Kreisverband des Nabu (Naturschutzbund) mit aus der Taufe. Zudem leitete viele Jahre er die Regionalgruppe. Hemke etablierte die naturkundliche Schriftenreihe „Labus“, gründete 2005 die Erwin-Hemke-Stiftung zum Schutz der Natur und engagierte sich zudem in der Kommunalpolitik.

Anekdoten mit Merkel und Sellering zu erzählen

„Wir lieben unsere Heimat umso mehr, je mehr wir darüber wissen“, würdigte der Neustrelitzer Unternehmer und Stadtvertreter Bernd Werdermann Hemkes bisheriges Wirken. Der Findlingsgarten in Prälank sei dabei exemplarisch für eine ganze Reihe von Orten zu nennen, an denen Erwin Hemke Spuren hinterlassen habe. Eine Besonderheit gilt es dann aber doch über Prälank hervorzuheben. Bereits 1987 habe Hemke hier am Ortsrand maßgeblich dazu beigetragen, dass ein Findlinggarten entstand. Damit habe Prälank mit Abstand den ältesten Findlingsgarten in MV, hieß es von den Mitgliedern des Geowissenschaftlichen Vereins, die zu den Gratulanten zählten und mit denen Hemke stets im Austausch war.

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Verwirklicht wurden zusammen etwa Projekte wie die Eugen-Geinitz-Sicht bei Usadel. Vereinsvorsitzender Andreas Buddenbohm wünschte dem Jubilar auch weiterhin, ein „Stein des Anstoßes“ im positiven Sinne zu bleiben. Er überreichte ihm einen Stein, der einst durch eine Gletschermühle geformt wurde. „Dieser Stein hat sich ebenfalls an vielem gerieben und hat viel angestoßen“, so Buddenbohm. Er sei dankbar für die Würdigung, sagte Erwin Hemke, der natürlich auch ein paar Anekdoten zum Besten geben konnte, etwa wie er in seinem politischen Leben eher zufällig Po an Po mit Altkanzlerin Angela Merkel saß oder sich mit Erwin Sellering über die Herkunft des gemeinsamen Vornamens austauschte.

Schon früh einen gesamtökologischen Blick

Hemkes Engagement zum Schutz der Natur ist vielfältig und so zählten auch der Nabu sowie andere Mitstreiter zu den Gratulanten. Früh habe er sich etwa dem Erhalt von Orchideenvorkommen verschrieben und ab den 1960er Jahren Standorte kartiert, erinnerte Klaus Borrmann, pensionierter Förster und ein Wegbegleiter Hemkes, an dessen weiteres Wirken. Er wandte sich zudem der Dendrologie zu, wie auch der Tierwelt. Wasservogelzählungen, Horst- und Brutkontrollen und seine Verdienste um die Betreuung des Weißstorchs seien nur als einige Beispiele zu nennen. Erwin Hemke habe schon früh einen gesamtökologischen Blick gehabt. „Wir alle sind uns sicher, dein Name wird nicht vergessen in dieser Stadt und in Mecklenburg Vorpommern“, so Borrmann in Richtung des Jubilars.

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