Die erste Gedenktafel findet im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi ihren Platz. Aufgestellt wurde sie durch die
Die erste Gedenktafel findet im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der Stasi ihren Platz. Aufgestellt wurde sie durch die Mitarbeiter Alex Scherle, Jörg Raatz und Uwe Meyer von der Firma Werbe-Licht Dr. Jahn GmbH. Jana Schrödter
Umbau

Neue Ausstellung am ehemaligen Stasi-Knast Neustrelitz

Die Gedenktafeln sollen dafür sorgen, dass die Erinnerung nicht verblasst. Eine Dauerausstellung wird folgen.
Neustrelitz

Noch erinnert eine alte Ausstellung im ehemaligen Stasi-Knast von Neustrelitz an das Schicksal der einstigen Häftlinge. Einstanden war sie als gemeinsame Projekt-Arbeit zwischen Schülern des Gymnasiums Carolinum Neustrelitz und ehemaligen Häftlingen. Sie soll nun aber ersetzt werden, und zwar durch 16 Tafeln im Innenbereich und durch vier Tafeln im Außenbereich. Die erste wurde nun aufgebaut. Aufgestellt wurde die schwere Metall-Platte von den Mitarbeitern Alex Scherle, Jörg Raatz und Uwe Meyer der Firma Werbe-Licht Dr. Jahn GmbH aus Neubrandenburg. „Das ist ein erfreulicher Tag für uns“, sagt Michael Körner, Vorsitzender des Vereins Stasi-Haftanstalt Töpferstraße.

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Relief der Gesamtanlage wird installiert

Auf einem Tischkreuz werde man ein Relief der Gesamtanlage sehen können. Postkontrolle, Vernehmungsbereich und Munitionsbunker würden so wieder lebendig werden. Weitere Details können Besucher auf der Tafel nachlesen. Zusätzliche Stelen werden im ehemaligen Schleusenbereich im Januar und Februar aufgebaut. Die Häftlinge seien durch die Schleuse zur Vernehmung gebracht worden. Dazu hätten sie sich nackt ausziehen müssen, so Körner. „Zum ersten Mal nach drei Jahren Arbeit wird etwas sichtbar“, so Körner. 2017 wurde der Projektantrag gestellt. 2018 begann das Vorhaben.

Bis 1987 als Stasi-Knast betrieben

Basierend auf mehreren Forschungs-Arbeiten, alten Bauplänen und historischem Material wurde die Ausstellung geplant. Mit 20 Zeitzeugen habe man zwei- bis vierstündige Interviews geführt und auf Video aufgenommen. Daraus seien zehnminütige Kurzvideos entstanden, die die Lebensgeschichte der 18 betroffenen Häftlinge und der zwei MfS-Mitarbeiter darstellen, so Körner. Auch diese Geschichte ist zu hören: Einer der Häftlinge saß ein, weil er bei seinem Militärdienst beim Übungsschießen Munition verloren und sich drei bis vier Patronen in den Spind getan hatte, um sie nicht wieder zu verlieren, erzählt Körner. Die Staatssicherheit witterte ein Komplott und der Betroffene wurde vernommen..

Bis 1987 wurde das Untersuchungsgefängnis der MfS in Neustrelitz betrieben. Die Eröffnung der Dauerausstellung sei für das Ende des ersten Quartals oder Anfang des zweiten Quartals geplant, so Körner. Viele der Ehemaligen, die im Untersuchungsgefängnis eingesessen haben, seien noch immer von dieser Zeit traumatisiert. Was ihnen bleibe, sei eine Rehabilitation und die Hoffnung auf Entschädigung, berichtet er.

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