LANDLEBEN

Neue Kaffeerösterei im Dorf wird immer wahrscheinlicher

Beim Projekt Dorfladen in Schönbeck geht es in die nächste Runde. Bis zum Ende des Jahres muss die Machbarkeitsstudie beim Bundeslandwirtschaftsministerium vorliegen.
In Schönbeck soll sich was tun. In einem ersten Schritt wurden zu dem neuen Projekt erst mal die Einwohner befragt.
In Schönbeck soll sich was tun. In einem ersten Schritt wurden zu dem neuen Projekt erst mal die Einwohner befragt. Marlies Steffen
Schönbeck ·

Die ersten Hausaufgaben sind gemacht. Für das Projekt „Dorfladen“ in Schönbeck oder Umgebung sind die von Einwohnern ausgefüllten Fragebögen zurückgekommen. 104 Bögen sind bei Projektkoordinatorin Anette Krull auf dem Tisch gelandet. 100 hätte es mindestens gebraucht, damit eine statistisch verwertbare Auswertung stattfinden kann. Das Fazit aus der Auswertung ist für Krull erfreulich: „Dem Projekt steht man aufgeschlossen gegenüber“, sagte sie dem Nordkurier auf Nachfrage. An der anonym erhobenen Umfrage haben sich ihren Informationen zufolge vor allem berufstätige Einwohner beteiligt. Die ältere Generation habe sich hingegen zurückhaltender gezeigt.

Mehr zum Thema: Schönbeck will einen Dorfladen einrichten

Zur Erinnerung: Das Schönbecker Projekt sieht vor, einen dörflichen Treffpunkt einzurichten, in dem es auch Verkaufsangebote gibt. Besonderer Magnet soll eine Kaffeerösterei sein, die privat betrieben wird. Hinzu könnten Service-Angebote wie Postdienstleistungen und Geldabheben, Bestellungen aus Supermärkten, ein Reinigungs- und Medikamentenservice, ein Lieferservice für anreisende Urlaubsgäste sowie Angebote für Car-Sharing auf der Basis von Elektromobilität kommen. Möglich sind auch Angebote von lokal erzeugten Produkten, auch unverarbeitetes Obst und Gemüse aus den Gärten könnten angeboten werden.

Standort ist noch unklar

Für das Projekt „Dorfladen“, bei dem Koordinatorin Anette Krull gemeinsam mit der Hochschule Neubrandenburg an einem Strang zieht, gibt es zunächst Fördermittel aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium für eine Machbarkeitsstudie. Diese soll klären, ob sich eine solche Einrichtung rechnet. Bundesweit fördert das Ministerium 15 solcher Projekte, mit denen dörfliche Entwicklung vorangetrieben werden soll. Die Schönbecker sind die einzigen in Mecklenburg-Vorpommern, die von den Mitteln profitieren.

Nunmehr soll eine Wirtschaftlichkeitsanalyse angefertigt werden, die Eingang in die Machbarkeitsstudie finden soll. Die Studie selbst muss bis zum Jahresende beim Bundeslandwirtschaftsministerium eingereicht werden. Welches Betreibermodell für das Dorfladenprojekt gefunden werden soll, muss dann auch bis spätestens Ende des Jahres feststehen. Wo der Dorfladen entstehen soll, muss ebenfalls noch geklärt werden. Ende Oktober will man auch hier Gewissheit haben, sagt Anette Krull.

Das Projekt war Anfang Juli in einer Einwohnerversammlung in Schönbeck öffentlich vorgestellt worden. Dort wurde zwar grundsätzlich ein Treffpunkt begrüßt. Aber es gab auch Bedenken, ob sich eine Kaffeerösterei dort betreiben lasse. Damals hieß es auch, dass es rund 1000 Einwohner brauche, um einen Dorfladen wirtschaftlich führen zu können. Diese Zahl allein würde mit der Gemeinde Schönbeck zwar nicht erreicht, rechne man aber die Einwohner umliegender Dörfer hinzu, könnte es funktionieren, hieß es bei der Zusammenkunft im Juli.

Heimweh - der Newsletter für Weggezogene

Der wöchentliche Überblick für alle, die den Nordosten im Herzen tragen. Im kostenfreien Newsletter erzählen wir jeden Montag die Geschichten von Weggezogenen, Hiergebliebenen und Zurückgekehrten und zeigen, wie die Region sich weiterentwickelt.

Jetzt schnell und kostenfrei anmelden!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schönbeck

zur Homepage