Baustart
Neue Tagespflege wird in Priepert eingerichtet

Bauunternehmer Marco Helm, Bürgermeister Manfred Giesenberg sowie Steffen und Michaela Franz und Karin Hildebrandt (von links) vom Pflegezentrum schauen schon mal, wo welche Anschlüsse liegen. Sobald die Witterung es zulässt, soll die Bodenplatte gegossen werden.  
Bauunternehmer Marco Helm, Bürgermeister Manfred Giesenberg sowie Steffen und Michaela Franz und Karin Hildebrandt (von links) vom Pflegezentrum schauen schon mal, wo welche Anschlüsse liegen. Sobald die Witterung es zulässt, soll die Bodenplatte gegossen werden.
Tobias Lemke

Wer alt wird, muss in die Stadt ziehen. Dieser Satz stimmt für Priepert nicht. In der kleinsten Gemeinde der Kleinseeplatte wird ein wichtiges Haus errichtet.

So etwas nennt man eine Win-Win-Situation, eine Konstellation, bei der alle Seiten profitieren. In Priepert entsteht in den nächsten Monaten ein Neubau für eine Tagespflegeeinrichtung. Betrieben wird diese künftig durch das Pflegezentrum Priepert. Die bauliche Hülle jedoch wird vom Prieperter Bauunternehmer Marco Helm nicht nur errichtet, sondern später auch vermietet. „Wir wollten kein eigenes Gebäude mehr, um uns nicht auf unserem Gelände alles zuzubauen. Also haben wir uns einen Partner gesucht“, erklärt Karin Hildebrandt, Senior-Chefin des Pflegezentrums.

Noch ein Win dazu

Streng genommen müsste dem Projekt sogar noch ein drittes „Win“ hinzugefügt werden. Denn natürlich profitiert auch das Dorf vom Neubau. „Das Haus ist eine enorme Bereicherung für die Gemeinde“, sagt Bürgermeister Manfred Giesenberg. Die Tagespflege trage dazu bei, dass Einwohner eben nicht im Alter in die Stadt ziehen müssen, sondern in ihrem Heimatort bleiben können. Ohnehin sei das Betreute Wohnen und die häusliche Krankenpflege von Karin Hildenbrandt und Michaela Franz ein Leuchtturm und mit 24 Mitarbeitern übrigens auch größter Arbeitgeber in der Gemeinde, sagt Giesenberg. Nicht viele Dörfer von der Größe Prieperts können sich mit so einer Sozialeinrichtung rühmen.

Die Tagespflege soll ein weiterer wichtiger Baustein sein. „Wir schließen damit die Versorgungslücke zwischen der ambulanten und der stationären Pflege“, erklärt Michaela Franz. Die Pflegebedürftigen verbringen nur den Tag in der Einrichtung, werden abends wieder nach Hause gebracht. Der Bedarf sei in diesem Bereich gestiegen. Je länger ältere und pflegebedürftige Menschen im häuslichen Umfeld bleiben können, desto besser, sagt Franz. Die neue Einrichtung mit geplanten 17 Plätzen könne so auch pflegende Angehörige entlasten, die wieder einer Arbeit nachgehen wollen, wichtige Termine zu erfüllen haben oder einfach auch mal eine Auszeit und Freizeit bräuchten.

Therapie- und Sporträume sowie Bäder geplant

Zwei neue Arbeitsplätze sollen in der Einrichtung entstehen. Karin Hildebrandt ist zuversichtlich, dass die Stellen auch besetzt werden können. Den Fachkräftemangel bekommt das Prieperter Pflegezentrum derzeit nämlich nicht zu spüren. „Wir können nicht meckern“, sagt Karin Hildebrandt. So befinde sich zurzeit zum Beispiel auch eine junge Kollegin in der Ausbildung.

Rund 200 Quadratmeter Nutzfläche, auf die sich Küche, Therapie- und Sporträume sowie Bäder verteilen, werde die neue Tagespflege im Erdgeschoss zur Verfügung haben, erklärt Bauherr Marco Helm. Im Obergeschoss sind zwei Wohnungen geplant, wobei eine noch zu haben wäre.

Aufgrund des Winters ruht die Baustelle derzeit. Sobald die Witterung es zulasse, solle aber die Bodenplatte gegossen werden, so Helm. Fördermittel fließen übrigens keine für den Bau. „Das stemmen wir in Eigenregie“, sagt der Prieperter. In diesem Jahr, möglichst noch im Sommer, soll die Einweihung des Hauses gefeiert werden.