Staffelstabübergabe beziehungsweise Unterzeichnung des Pachtvertrags im Slawendorf war am Donnerstag mit Bürgermeist
Staffelstabübergabe beziehungsweise Unterzeichnung des Pachtvertrags im Slawendorf war am Donnerstag mit Bürgermeister Andreas Grund, Fördervereinsvorsitzendem Klaus Ebel, Slawendorf-Leiterin Sandra Moritz, Werner Lehmann von der ProKultur und Insolvenzverwalter Michael Bohnhoff (von links). Tobias Lemke
Ausflugstipp

Neuer Betreiber – Slawendorf Neustrelitz öffnet ab Sonntag

Das Slawendorf startet mit einem neuen Träger. Der sieht viel Potenzial in der Freizeiteinrichtung und bringt schon mal eine Neuerung mit.
Neustrelitz

Im Slawendorf Neustrelitz wurde am Donnerstag dieser Woche die Übernahme durch einen neuen Betreiber unter Dach und Fach gebracht. Werner Lehmann, Geschäftsführer des neuen Trägers ProKultur gGmbH aus Berlin, unterschrieb einen Pachtvertrag mit der Stadt Neustrelitz, die Eigentümerin der Fläche am Zierker See ist. Der Vertrag gelte zunächst bis 2025, angedacht sei, das Vertragsverhältnis aber auf unbestimmte Zeit.

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Besuch am 1. Mai kostenfrei

Wiedereröffnung im Slawendorf wird bereits jetzt am Sonntag, dem 1. Mai, sein. An diesem Tag ist der Besuch kostenfrei. In Sachen Eintritt werde es zudem eine Neuerung geben. „Wir werden erstmals eine Saisonkarte anbieten“, erklärte Lehmann. Mit dem Ticket können Besucher das Slawendorf die ganze Saison über besuchen, unter anderem auch zu den Sonderveranstaltungen. Das Team wolle damit vor allem auch den Bürgern aus Neustrelitz und Umgebung sowie Kindern und Jugendlichen in den Ferien etwas bieten. Sie können die Freizeiteinrichtung somit kostengünstig mehrmals besuchen. „Wir wollen die Akzeptanz vor Ort steigern“, so Lehmann. Die Einheimischen sollen das Slawendorf als „ihre“ Erlebnisstätte schätzen lernen. Darüber hinaus bleiben aber die Urlauber eine wichtige Zielgruppe. „Wir denken, dass es hier sogar noch große Potenziale gibt“, sagt Lehmann. In den Vorjahren hatte das Slawendorf immerhin schon bis zu 25 000 Besucher im Jahr gezählt.

Nach der Liquidation des langjährigen Trägers, der IPSE GmbH aus Neustrelitz, waren die letzten Monate für die Beschäftigten um Slawendorf-Leiterin Sandra Moritz „nervenaufreibend“. „Die Situation war nicht einfach, ohne Engagement und Ehrenamt hätten wir die Saisonvorbereitung nicht geschafft“, sagt sie. Zwar wurde frühzeitig seitens der Stadt und des Insolvenzverwalters signalisiert, dass an einem nahtlosen Weiterbetrieb gearbeitet wird, aber es galt dann doch, so einige Herausforderungen zu umschiffen. Fragen zu Bindefristen bei Fördermitteln oder zur Übernahme der Bufdi-Stellen seien etwa zu klären gewesen, berichtet Insolvenzverwalter Michael Bohnhoff. Zu allem Überfluss gab es dann plötzlich noch Sturmschäden zu beklagen, womit Vertrags- und Versicherungsdaten anzupassen waren. „Es hat am Ende alles geklappt und das ist natürlich immer eine befriedigende Situation“, sagt Bohnhoff.

Aktions-Wochenenden auch für 2022 geplant

Klaus Ebel, Vorsitzender des Fördervereins Slawendorf, erinnert anlässlich des Betreiberwechsels an die positive Entwicklung, die die Freizeiteinrichtung und der Verein trotz Corona-Beschränkungen in den Vorjahren hingelegt hatte. Bis auf drei Mitglieder war der Förderverein im Jahr 2019 schon zusammengeschrumpft. Dann kam der Neustart. Inzwischen seien es wieder 26 Mitstreiter, wurden Mittelaltermärkte organisiert und eine Historien-Saga aus der Taufe gehoben. Mit den neuen Veranstaltungsformaten werde es weitergehen, versichert Ebel. So wird es auch in dieser Saison wieder mehrere Aktions-Wochenenden geben. Künftig sei zudem angedacht, regelmäßige Öffnungszeiten an den Wochenenden einzuführen, fügt Lehmann hinzu. In diesem Jahr wird es aber noch bei den Öffnungszeiten von Montag bis Freitag bleiben.

Mit dem neuen Partner, der ProKultur gGmbH, fühle man sich übrigens gut aufgestellt für die Zukunft, sagen Ebel und Moritz. Das gemeinnützig arbeitende Unternehmen bringe Erfahrung mit, es hat in der Vergangenheit etwa schon den Forstbestand eines Museums in Cottbus sowie eines Theater aufrechterhalten können. „Hier in Neustrelitz wollen wir aber dauerhaft dabei bleiben“, sagt Lehmann.

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