REIFEN AUFGESCHLITZT

Neuer Kreisverkehr in Neustrelitz zu eng?

Ein Bordstein hat den Reifen von Doris Schölers Auto regelrecht aufgeschlitzt. Das Straßenbauamt hält den kleinen Kreisel dennoch nicht für zu eng. Im Gegenteil: Für die Bauweise gebe es gute Gründe.
Robin Peters Robin Peters
Doris Schöler ist überzeugt, dass sie nicht die einzige ist, deren Auto am neuen Mini-Kreisel in Neustrelitz Schaden genommen hat.
Doris Schöler ist überzeugt, dass sie nicht die einzige ist, deren Auto am neuen Mini-Kreisel in Neustrelitz Schaden genommen hat. Robin Peters
Die Bordsteine wurden nun abgeschliffen. Dunkle Gummi-Spuren sind an der Ausfahrt Richtung Markt aber dennoch zu erkennen.
Die Bordsteine wurden nun abgeschliffen. Dunkle Gummi-Spuren sind an der Ausfahrt Richtung Markt aber dennoch zu erkennen. Robin Peters
Neustrelitz.

Erst bei einer Routine-Untersuchung in der Werkstatt wurde Doris Schöler das erschreckende Ausmaß des vermeintlichen Ratschers vor Augen geführt. Denn ein scharfer Bordstein am neuen Mini-Kreisverkehr in der Zierker Straße hat den Reifen ihres Autos regelrecht aufgeschnitten. „Der Reifen hätte mir um die Ohren fliegen können“, sagt Schöler. Schließlich sei sie mit dem Wagen danach noch auf die Autobahn gefahren. „Es hätte noch viel Schlimmeres passieren können.“

Als die 66-Jährige beim Straßenbauamt Neustrelitz Schadensersatz einforderte, verwies die Behörde sie zunächst an die zuständige Baufirma. Gleichzeitig wurden aber die Kanten der Bordsteine abgeschliffen. „Für mich ist das ein Schuldeingeständnis“, sagt Schöler.

Abschleifen der Kanten verzögerte sich

Nach Angaben des Straßenbauamtes Neustrelitz war das sogenannte Abfasen der Bordsteine wiederum von vornherein geplant – und keine Reaktion auf Schölers Beschwerde. Aufgrund technischer Probleme habe diese Maßnahme jedoch eine Spezialfirma übernommen und sich deshalb etwas verzögert. Gerade in diesem Zeitraum habe sich leider der Zwischenfall mit Schölers Reifen ereignet.

Verkehrsteilnehmer müssen laut Henry Stegemann vom Straßenbauamt aber ohnehin vorsichtig durch den neuen Mini-Kreisverkehr fahren. Es handelt sich den Angaben zufolge nämlich noch immer um eine ausgeschilderte Baustelle – denn sie wurde von der Behörde noch nicht abgenommen. Über eine Entschädigung müsse sich Schöler daher mit der Baufirma einigen.

Nicht genug Platz für einen großen Straßenkreisel

Der zerstörte Reifen ist laut Schöler zwar erst ein Jahr alt gewesen. Doch in erster Linie gehe es der Rentnerin nicht um den Schaden in Höhe von rund 130 Euro: „Ich bin sicher nicht die einzige Betroffene.“ Denn der Mini-Kreisverkehr ist Schöler zufolge äußerst eng. „Wenn ein Lkw kommt, hat man keine Chance.“

Die sollen aber künftig gar nicht mehr dort abfahren, wo es Schölers Reifen erwischt hat. Die Ausfahrt zum Markt ist laut Henry Stegemann vom Straßenbauamt mit Absicht so schmal gebaut worden, um den Durchgangsverkehr am Stadtkern vorbeizulenken. Dennoch: „Die Ausfahrt ist keinesfalls zu eng“, versichert Stegemann.

Grundsätzlich wird ein Mini-Kreisverkehr dem Straßenbauamtsleiter Jens Krage zufolge immer dort gebaut, wo nicht genügend Platz für einen großen Kreisel bleibt. Die Mittelinsel könne in diesem Fall von großen Fahrzeugen überfahren werden. Die sogenannten Schrammborde sollen Autos unbedingt davon abhalten, auf den Fußgängerweg zu fahren.

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Kommentare (3)

Der Kreisverkehr ist nicht zu eng,er ist eine Verschwendung von öffentlichen geldern!
Es gibt unzählige Straßen in Neustrelitz die saniert werden müssen, weil man bald aus dem Auto fällt,aber nein es wird an der engsten Stelle ein Kreisverkehr hingebaut.
Ich frage mich manchmal wirklich ob sowas ein Diplom Ingenieur oder ein Leiharbeiter plant?
Wem bitte hat die alte vorfahrts Regelung gestört?
Ach ja da waren ja die alten Leute denen es zu laut war wie die Autos an der Ampel angefahren sind.
Ist es jetzt leiser,ich denke nicht.
Und jetzt sind es die alten denen der kreisel zu eng ist.
Bin ja mal gespannt, wann der erste die Schilder wegrasiert ^^

solche scharfen Bordsteine dürften gar nicht erst verbaut werden - sie müssten abgerundet sein gleich den Betonbordsteinen - 2cm Radius Mindestmaß - aus eigener schlechter Erfahrung

Ich finde den Kreisverkehr für die beste Lösung überhaupt. Eine Ampel hat immer den Nebeneffekt die Rotphase zu erwischen und noch bei rot über die Ampel zu fahren. Zumindesten ist das in Deutschland so, im Ausland läuft ein Sekundenzähler unter der Lichtphase mit, wo der Verkehrteilnehmer genau weis wie viel Zeit er noch hat, um die Kreuzung zu passieren. Auch das ständige abbremsen und anfahren erzeugt für Anwohner nervige Dauergeräusche. Ein Kreisverkehr passt sich den natürlichen Verkehrsfluss an. Schaut euch mal das in der Natur bei den den Ameisen an wie prima das dort funktioniert! Desweiteren muss eine Ampel auch teuer unterhalten werden, Schaltrelais, Beleuchtung etc. das kostet alles Steuergeld. Die Oma sollte einfach mal besser die Kurve auslenken und nicht die Kurve schneiden. Hat sie denn noch nie ein PKW mit Anhänger gefahren?