ÜBERGABE

Neues Auto für Feuerwehr in der Feldberger Seenlandschaft

Die Lichtenberger Retter sind für alle Eventualitäten gerüstet. 180.000 Euro hat der neue Tanklaster gekostet. So viel Geld gibt‘s so bald nicht wieder. Dabei ist doch die Feuerwehr so wichtig.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Lichtenberg hat ein neues Löschfahrzeug. Innenminister Lorenz Caffier (rechts) war dabei. als es offiziell an die Feuerwehrleute übergeben wurde.
Lichtenberg hat ein neues Löschfahrzeug. Innenminister Lorenz Caffier (rechts) war dabei. als es offiziell an die Feuerwehrleute übergeben wurde. Susanne Böhm
Lichtenberg.

Es tänzelt leichtfüßig über Stock und Stein, es speit 1200 Liter Wasser, und es hat für alle Eventualitäten das richtige Werkzeug parat: Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg hat ein neues Fahrzeug, das genau zu ihr passt. „Es ist ein Allrounder“, sagte Gemeindewehrführer Maik Suhrbier. Ob mitten im Wald gelöscht, von Straßen Bäume geräumt oder aus Kellern Wasser gepumpt werden muss – die Lichtenberger Feuerwehrleute sind auf alles vorbereitet. Ihr neues MLF, Mannschaftslöschfahrzeug, haben sie seit Dezember 2018 in Betrieb. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ließ es sich nicht nehmen, das Löschfahrzeug am Freitag offiziell zu übergeben.

„Das alte Fahrzeug war Baujahr ’75. Es musste ein neues her. Von dem neuen werden wir sehr viel haben. Das muss mindestens 30 Jahre halten. Wir mussten uns vor dem Kauf sehr gut überlegen, was wir brauchen“, erklärte Maik Suhrbier. 180.000 Euro hat der Lkw gekostet. Das ist vergleichsweise wenig. Gerätschaften und Ausrüstung wurden vom Alten übernommen. Neu gekauft wurde der leere Lastwagen. „Im Jahr 2006 habe ich eine Drehleiter für 300.000 Euro übergeben. Heute kostet so was 700.000 Euro. Feuerwehrtechnik wird immer teurer. Das ist eine große Herausforderung“, sagte Lorenz Caffier. Das Land müsse reagieren. „Wir werden die Finanzierung künftig anders lösen, über Zentralbeschaffung, große Stückzahlen kaufen und Rabatte aushandeln.“ Die Lichtenberger Kameraden haben ihr Löschfahrzeug noch selbst ausgesucht. Das ist bald nicht mehr möglich, so Lorenz Caffier.

Viel Ausrüstung an Bord

Constance Lindheimer (SPD), Bürgermeisterin der Feldberger Seenlandschaft, erinnerte daran, dass die Gemeinde mit 75.000 Euro den Löwenanteil für das Fahrzeug selbst aufgebracht hat. Andere Feuerwehren bekommen deutlich mehr Geld von Land und Landkreis. „Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr und bedanken uns, es hätte aber ein Tick mehr Unterstützung sein können.“ Lorenz Caffier erklärte: „Lichtenberg ist als Feuerwehr mit Grundausstattung eingestuft und als solche nicht förderfähig.“ Das Land habe trotzdem Geld gegeben, weil Lichtenberg im Gesamtkonzept der Feldberger Seenlandschaft eine wichtige Rolle spiele. „Die Feuerwehren sind eine Grundvoraussetzung und mir lieb und teuer.“

Das Lichtenberger Löschfahrzeug hat allerhand Ausrüstung an Bord. Neben Wassertank, Pumpe und Schläuchen stehen den Rettern Notstromaggregat, Beleuchtungssatz, Handfeuerlöscher, Ölbindemittel, Dekontaminationsmittel, Äxte, Motorsäge, Schmutzwasserpumpe, Trage, Atemgeräte und mehr zur Verfügung. Demnächst kommen Schere und Spreizer dazu, kündigte Maik Suhrbier an. Mit diesen Geräten werden Menschen aus Unfallautos befreit. „Damit schaffen wir den Lückenschluss zwischen Feldberg und Woldegk.“ Die teuren Spezialgeräte übernimmt Lichtenberg gebraucht von der Feldberger Feuerwehr. Die Feldberger haben einen neuen Satz. Noch wichtiger als die Technik sind aber motivierte und gut ausgebildete Feuerwehrleute.

Mitarbeiter der Verwaltung machen mit

98 Kameraden, darunter sechs Frauen, sind bei den Feuerwehren und Löschgruppen in Feldberg, Lichtenberg, Lüttenhagen, Triepkendorf, Mechow, Dolgen und Carwitz aktiv. Bei der vielerorts problematischen Tageseinsatzbereitschaft steht die Feldberger Seenlandschaft relativ gut da, sagte Ulrich Möller aus dem Ordnungsamt. Das liege daran, dass viele Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs in der Feuerwehr sind. „Wir ermutigen jeden, der neu eingestellt wird, in die Feuerwehr einzutreten, zumindest die Männer. Das funktioniert gut.“ Die Feuerwehren in der Feldberger Seenlandschaft hatten im vergangenen Jahr 47 Einsätze, darunter einen Großbrand. Im August 2018 brannten in Feldberg in der Nähe des Schmalen Luzin ein Komposthaufen und ein Holzstapel. Die Flammen loderten dicht am Waldrand. Alles war knochentrocken. Es passierte nichts weiter, denn die Feuerwehr war schnell zur Stelle.

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Kommentare (2)

Sehr gut, dass Herr Caffier sich um solche ,aus Schweriner Sicht, abgelegene Gemeinden kümmert.
Schließlich hat er ja mal ein paar Jahre in Lichtenberg gewohnt .

Gut aufpassen, andere können es auch gebrauchen