ZENTRUM FÜR LUFT- UND RAUMFAHRT

Neues Institut in Neustrelitz erforscht das Wetter im All

Am Standort des DLR wird ein neues Institut aufgebaut. Die Forscher wollen von der Seenplatte aus künftig ganz genau auf Störungen im Weltall achten.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Für die wissenschaftliche Arbeit am DLR-Standort in Neustrelitz blicken schon seit Jahren die Antennen in Richtung des
Für die wissenschaftliche Arbeit am DLR-Standort in Neustrelitz blicken schon seit Jahren die Antennen in Richtung des Weltall. Demnächst werden die Forscher aber noch mehr Beobachtungstechnik zur Verfügung haben. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Am Neustrelitzer Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird ein neues Institut für Solar-Terrestrische Physik aufgebaut. Der Senat des DLR hat der Gründung Ende Juni zugestimmt. Angekündigt war die Einrichtung eines neuen Instituts, das sich mit der Erforschung des Weltraumwetters befassen soll, bereits seit Längerem.

Der Standort Neustrelitz soll als nationale und internationale Schnittstelle fungieren und auch Warnungen liefern. So können solare Einflüsse und ionosphärische Störungen Infrastrukturen auf der Erde gefährden. „Der Einfluss von Sonnenwinden auf die Ionosphäre betrifft Satellitentechnologie, Luftfahrt, Telekommunikation und Navigation. Darum ist die Überwachung des Weltraumwetters eine entscheidende nationale Aufgabe“, heißt es in der Instituts-Beschreibung der DLR-Wissenschaftler. In Neustrelitz werden nun die Voraussetzungen geschaffen für zeitnahe, genaue und zuverlässige Beobachtungen. Ziel sei es, erstmals Vorhersagen des Weltraumwetters geben zu können.

Begrüßt wird die Instituts-Gründung von Mecklenburg-Vorpommerns Wissenschaftsministerin Bettina Martin (SPD). Die komplexe Überwachung des Weltraumwetters sei eine wichtige Aufgabe, betont sie. „Diese hier bei uns im Land zu verankern, ist auch deshalb ein Erfolg, weil das neue Institut mittelfristig die erste Adresse für alle Fragen rund um das Weltraumwetter werden soll“, so Martin.

6,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt

Die Institutsleitung ist mit einer gemeinsamen Berufung an die Physik der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock verbunden. Es ist vorgesehen, durch die Institutsgründung am DLR-Standort Neustrelitz neben den bereits vorhandenen rund 80 wissenschaftsbasierten Arbeitsplätzen zusätzlich 45 neue zu schaffen, heißt es aus ihrem Ministerium. Die Kooperationen zu wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und hoheitlichen Partnern sollen zudem weiter ausgebaut werden. „Ich freue mich auf das Know-how und die zusätzlichen klugen Köpfe, die künftig von MV aus wirken werden“, sagt Martin.

Der Bund und das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützen die Errichtung und Forschungsarbeit des Neustrelitzer Instituts für Solar-Terrestrische Physik mit 6,7 Millionen Euro pro Jahr. Als gemeinschaftliche Sonderfinanzierung stellen das Land Mecklenburg-Vorpommern zehn Millionen Euro und das DLR weitere vier Millionen Euro für Bauinvestitionen und Forschungsinfrastruktur zur Verfügung.

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