DORFLEBEN

Neugierige Koldenhofer finden Überreste ihres alten Dorfes

Unweit des Dorfes existieren noch Reste einer alten Siedlung. Doch den genauen Standort kannten bislang nur noch wenige. Das hat sich gerade geändert.
Marlies Steffen Marlies Steffen
In Koldenhof wird in diesem Jahr das 666-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert. Zum Auftakt der aus diesem Anlass geplan
In Koldenhof wird in diesem Jahr das 666-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert. Zum Auftakt der aus diesem Anlass geplanten Veranstaltungen gab es eine Wanderung zu den Wurzeln des Dorfes, zu einer alten Wüstung in der Nähe des jetzigen Dorfstandortes. privat
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Koldenhof.

Am Anfang war einfach die Neugierde da. Die Koldenhoferin Britta Daedelow wollte mehr wissen über ihr Dorf, das in diesem Jahr sein 666-jähriges Bestehen feiert. Dass es unweit von ihrem zur Gemeinde Feldberger Seenlandschaft gehörenden Heimatort eine Wüstung geben soll, also Reste einer Besiedlungsanlage, war ihr bekannt. Aber wo genau liegt dieser Ort und gibt es möglicherweise Archivaufzeichnungen darüber? Britta Daedelow fing an, im Internet zu recherchieren und stieß zunächst auf eine Bachelor-Arbeit, die auf die Landschaftsgeschichte der Region eingeht und in der von einer Wüstung die Rede ist. Das war nicht so viel. Daedelow beschloss, die „Alten“ im Dorf zu fragen.

Das erwies sich als gute Idee, die zumindest ein wenig Aufschluss brachte. Eine der ältesten Frauen aus dem Dorf bestätigte ihr, von dem Ort zu wissen. „Da bin ich als Kind in einen Brunnen gefallen“, meinte die Seniorin. Aber den Ort, von dem aus sich Koldenhof später entwickelt hat, fand Daedelow immer noch nicht.

Ausgrabungen in den 60er Jahren

Letztlich half der Zufall. Britta Daedelow fuhr in die Außenstelle des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) nach Neustrelitz, wo bestätigt wurde, dass es zu der alten Siedlungsanlage bei Koldenhof Ausgrabungen gab. Rein zufällig war bei Britta Daedelows Besuch im LAKD ein ehemaliger Mitarbeiter des Amtes in der Nähe, der im Jahr 1964 an den Ausgrabungen der Wüstung beteiligt war. Man kam ins Gespräch ...

Zu den damals gefundenen Zeugen einer Besiedlung gehörten unter anderem Feuerstellen und Scherben aus Ton. Die Unterlagen wurden Britta Daedelow übergeben, inzwischen befinden sich die Kopien in einem wohlgeordneten Hefter, der für die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin auch ein Leitfaden für ihre Wanderungen ist. Bei den Recherchen stellte sich im Übrigen auch heraus, dass sich der Natur- und Heimatforscher Reinhard Barby (1887 bis 1974) ebenfalls mit der Wüstung bei Koldenhof beschäftigt hat.

Häusergrundrisse gefunden

Es lag nahe, dass eine Wanderung zu der Wüstung die Auftakt-Veranstaltung im Rahmen des Jubiläums 666 Jahre Koldenhof wurde. „Besonders gefreut habe ich mich über die sehr gute Resonanz auf die Wanderung“, so Britta Daedelow. Rund 40 Koldenhöfer wollten mehr wissen über die alte Dorfstelle, die es im 14. Jahrhundert gegeben hat. Sie fanden unter anderen Steinfundamente, die zur quadratischen Grundmauer des Wachturmes auf einer Anhöhe gehören. Zudem wurden von den Teilnehmern der Wanderung Häusergrundrisse, wuchtige Findlinge am Eingang zur Begräbnisstätte und ein fast verschütteter Brunnen ausfindig gemacht.

Die Siedlung hieß damals Collhof, was für Kalter Hof, also für einen verlassenen Hof steht. Daraus ist dann später Koldenhof geworden, sagt Britta Daedelow.

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