EINIGUNG

Neustrelitz darf Turm auf dem Schlossberg haben

Das Land und die Stadt Neustrelitz haben eine Vereinbarung zur Gestaltung des Schlossbergs auf den Weg gebracht.
So könnte der Turm aussehen, der vielleicht mal auf dem Neustrelitzer Schlossberg steht.
So könnte der Turm aussehen, der vielleicht mal auf dem Neustrelitzer Schlossberg steht. Christian Peters
Neustrelitz.

In den Bemühungen, eine Einigung im Streit um den Neustrelitzer Schlosskeller zu finden, sind die Stadt Neustrelitz und das Land Mecklenburg-Vorpommern einen großen Schritt weitergekommen. Nach der nicht öffentlichen Beratung in der vergangenen Woche wurde jetzt der Entwurf einer abschließenden Vereinbarung über eine denkmalgerechte Gestaltung des Schlossbergs – ein Friedensvertrag – formuliert. Darin erklärt sich das Land bereit, nicht nur den Keller zu stabilisieren und begehbar zu machen, sondern auch den Bau eines Turms auf dem Schlossberg zu unterstützen.

Alle Bewirtschaftungskosten soll die Stadt tragen

„Die Stadt Neustrelitz errichtet den Schlossturm in eigener Verantwortung“, heißt es in dem Vertragsentwurf. „Das Land ist bereit, sich an den Gesamtkosten einschließlich Infrastruktur und Ausstellung zu 50 Prozent, höchstens jedoch mit 2 Millionen Euro zu beteiligen. Entsprechende Vorsorge wird im Doppelhaushalt 2020/2021 getroffen. Die Bereitstellung der Landesmittel erfolgt nach Nachweis der Stadt, eine entsprechende Summe ebenfalls bereitgestellt zu haben. Als Eigenmittel der Stadt können dabei eigene Haushaltsmittel, Zuschüsse des Bundes und der EU sowie private Zuwendungen und Spenden angerechnet werden.“

Alle Kosten, die nach der Errichtung anfallen, trägt die Stadt, heißt es weiter. Auch die Bewirtschaftung übernehme die Stadt. Das Stückchen Land, auf dem der Turm steht, würde ins Eigentum der Stadt übertragen werden.

Dauerausstellungen vorgesehen

Der Turm werde frei zugänglich gestaltet. In seinem Inneren sollen auf mehreren Etagen Dauerausstellungen zur Geschichte der Stadt, ihres Schlosses sowie des Schlossgartens platziert werden. Die Stadt strebe an, temporär nutzbare Infrastruktur wie Strom, Wasser und Toiletten zu schaffen.

Auch der Umgang mit dem Schlosskeller steht in dem Vertragsentwurf. „Das Land setzt den Vorschlag um, den Keller zu beräumen und mittels einer Stahlbetondecke einschließlich Gewölbeinstandsetzung begehbar zu machen“, heißt es in der Vereinbarung. „Für die Begehbarmachung entstehen nach einer ersten Schätzung Kosten von rund 2,5 Millionen Euro. Mit Oberflächengestaltung ist somit mit Gesamtkosten in Höhe von rund 4 Millionen Euro zu rechnen. Diese Kosten trägt das Land. Entsprechende Vorsorge wird im Doppelhaushalt 2020/2021 getroffen.“ Die Stadt erkläre sich bereit, „eine Nutzung des Kellers selbst herbeizuführen und alle Kosten einschließlich Unterhalt zu tragen“.

Pläne bereits vorgestellt

Gegenüber dem Nordkurier betonte Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) am Dienstag, dass der Vertrag nur unter zwei Bedingungen wirksam wird. Erstens müsse der Landtag zustimmen und zweitens die Neustrelitzer Stadtvertretung. Der Vertrag sei „als Geste des Friedensschlusses“ zu verstehen. Ein Schlussstrich solle unter die Auseinandersetzungen gezogen werden.

„Der Schlosskeller stellt bauhistorisch kein herausragendes Zeugnis dar. Vergleichbare Bauten finden sich in Deutschland in großer Zahl. Da es sich jedoch um das letzte verbliebene bauliche Element des ehemaligen Schlosses handelt, kommt seinem Erhalt für die Stadt Neustrelitz große symbolische Bedeutung zu“, heißt es in der Begründung der Vereinbarung. „Der Aufbau des Schlossturms würde als Landmarke sowie als Aussichtsmöglichkeit eine Attraktion darstellen.“

FDP-Stadtvertreter Bernd Werdermann und Architekt Christian Peters hatten Pläne für die Stabilisierung der Kellerdecke und einen Aussichtsturm entworfen. Ihre Idee hatten sie bei der jüngsten Stadtvertretersitzung vorgestellt. Die Pläne dienen jetzt als Grundlage für den Friedensvertrag und weitere Gespräche.

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Kommentare (3)

Die Wiedergeburt, eines totgeglaubtes Schlosses

Ein Paar Steine wurden ja schon gefunden, Stein auf Stein, Dass Schloss, wird bald fertig sein

Mehr gönnt man uns natürlich nicht. Der Witz ist doch, da werden wieder Mittel in Höhe von 4,5Mio. Euro in die Hand genommen. Dafür stelle ich euch das gesamte Schloß als Rohbau hin. Nun hat man es wenigstens geschafft, den Keller nicht mehr mit Sand zu verfüllen. Ein Aussichtsturm ist nun auch in Planung. Zuletzt wollte man dort noch ein Windspiel errichten. Den Bürger in Neustrelitz hat man natürlich dazu nie gefragt. Das wurde alles in den SPD-Stuben des Schweriner Schloßes ausgebrütet. 73 Jahre ist nun schon der aktive Krieg auf deutschen Boden her, gestern feierte man dazu 28 Jahre Wiedervereinigung.Und das Strelitzer Schloß? Es steht immer noch nicht.