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Neustrelitz hat eine Matschbirnen-Tonne

In der Seestraße stehen Abfallbehälter mit der Aufschrift „Birnen bitte hier entsorgen”. In ihnen soll das ungenießbare Fallobst entsorgt werden.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Erstmals hat die Stadt Neustrelitz in der Seestraße Birnentonnen aufgestellt. In ihnen kann Fallobst entsorgt werden.   
Erstmals hat die Stadt Neustrelitz in der Seestraße Birnentonnen aufgestellt. In ihnen kann Fallobst entsorgt werden. Susanne Böhm
Wer durch die Seestraße in Neustrelitz geht, muss aufpassen, dass er nicht in matschige Birnen tritt. Die Bäume tragen viele Früchte.
Wer durch die Seestraße in Neustrelitz geht, muss aufpassen, dass er nicht in matschige Birnen tritt. Die Bäume tragen viele Früchte. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Die Birnen in der Seestraße in Neustrelitz sind wieder ein Ärgernis für Anwohner und Passanten. Fußgänger treten nicht selten in die matschigen Früchte, Anwohner haben Arbeit mit der Beseitigung des Matsches, und schön sehen die Obstreste auch nicht aus. Die Stadt Neustrelitz hat in diesem Jahr erstmals Mülltonnen aufgestellt, mit der Aufschrift „Birnen bitte hier entsorgen“.

Geerntet wird nicht

„Damit wollen wir die reinigungspflichtigen Anlieger unterstützen, damit diese die Birnen nicht über die eigene Mülltonne entsorgen müssen beziehungsweise die Birnen nicht ausschließlich auf die Straße gefegt werden, um von der Kehrmaschine aufgenommen zu werden“, erklärte Stadtsprecherin Petra Ludewig. Ernten werde der Regiehof die Birnen in diesem Jahr nicht. „Etwaige Schäden, die durch die Birnenernte an Hausfassaden entstehen können, wären nicht durch den Versicherungsschutz der Stadt abgedeckt.“ Nachdem es in der Vergangenheit diesbezüglich Beschwerden gab, habe die Stadt die Rechtslage überprüft und festgestellt, dass der Versicherungsschutz nicht gewährleistet ist.

Nichtfruchtende Bäume fruchten doch

Die Bäume in der Seestraße sollten ursprünglich gar keine Früchte tragen. Davon war man bei der Pflanzung im Jahr 2004 ausgegangen. Schnell mussten die Bewohner der Seestraße allerdings erkennen, dass vor ihrer Tür sehr wohl Früchte reifen. In der Stadt gibt es immer wieder Diskussionen, weil die ungenießbaren Früchte für einige Bewohner zum Ärgernis wurden. Im Jahr 2011 kam Anwohnern eine Schnaps-Idee. Sie ernteten die Birnen und brachten sie nach Delmenhorst bei Stralsund. In der dortigen Brennerei wurde Seebirnenschnaps gebrannt. 2014, 2015 und 2016 ebenfalls. Die Stadt hatte den Anwohnern etliche Flaschen abgekauft – als Geschenk bei offizielle Anlässen. Doch in diesem Jahr wird es keinen Birnenschnaps geben. Holger Wilfarth gehört zu den Anliegern, die regelmäßig die Birnen von der Straße fegen müssen. „Mich nervt das. Das ist keine Lösung“, sagte er.

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