Umweltschutz
Neustrelitz verbannt Gift von seinen Flächen

Auch wenn die EU im November die Zulassung für das Pflanzengift nach monatelangem Streit um fünf Jahre verlängerte – auf Grund und Boden der Stadt Neustrelitz darf Glyphosat nun nicht mehr eingesetzt werden.
Auch wenn die EU im November die Zulassung für das Pflanzengift nach monatelangem Streit um fünf Jahre verlängerte – auf Grund und Boden der Stadt Neustrelitz darf Glyphosat nun nicht mehr eingesetzt werden.
Jens Büttner

Das umstrittene Totalherbizid Glyphosat und Neonicotinoid-Insektizide kommen auf städtischem Grund und Boden künftig nicht mehr zum Einsatz.

Ohne Diskussion haben die Neustrelitzer Stadtvertreter bei ihrer jüngsten Sitzung Glyphosat und Neonicotinoid-Insektizide von allen stadteigenen Flächen verbannt. 16 Stadtverteter stimmten für das Glyphosat-Verbot, drei dagegen und einer enthielt sich der Stimme. Damit dürfen die umstrittenen Pflanzenschutzmittel weder auf innerstädtischen Grünflächen, Wegen und Plätzen, noch auf außerhalb gelegenen Äckern oder in Waldgebieten weiter zum Einsatz kommen. Auf Flächen, die die Stadt selbst bewirtschaftet, wird seit vielen Jahren kein Glyphosat mehr angewendet.

Landwirten, die Felder bewirtschaften, die der Stadt gehören, wird ein Änderungsvertrag angeboten, der den Einsatz der Chemikalien verbietet. Die Straßenreinigungssatzung wird ebenfalls um einen entsprechenden Passus erweitert. Privatleute, die öffentliche, unbefestigte Wege pflegen, dürfen dann auch hier künftig kein Glyphosat mehr einsetzen. Es geht um insgesamt 800 Hektar, darunter 227 Hektar Ackerland.

Bürgermeister Andreas Grund unterstrich die Vorbildfunktion der Stadt. „Ich verstehe den Beschluss als Appell auch an die Gärtner. Wir haben immerhin 2000 Kleingärten im Stadtgebiet. Vielleicht verzichtet ja der eine oder andere Gärtner auf Glyphosat und bekämpft das Unkraut mechanisch oder händisch“, hofft der Bürgermeister.

Kommentare (1)

Das Zeug wird Neustrelitz auch lange nach dem Verbot erhalten bleiben. Glyphosat wird sich im Nanobereich noch im städtischen Trinkwasser ausbreiten. Aber auch nach dem Verbot greift man dann auf gleiches Gift nur mit anderen Etikett, am besten noch aus China. Die Stadtleute kapieren nicht, das man damit nur noch alles schlimmer macht.