AGRARPOLITIK

Neustrelitz wegen Glyphosatverbots in der Kritik

Die Stadt hat den Einsatz von Glyphosat auf ihren Flächen verboten. Jetzt wird diese Entscheidung vom Bauernverband kritisiert.
dpa
Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels mit dem Wirkstoff Glyphosat.
Eine Verpackung des Unkrautvernichtungsmittels mit dem Wirkstoff Glyphosat. Patrick Pleul
Neubrandenburg.

Die Neustrelitzer hatten mehrheitlich ein Verbot von Glyphosat und sogenannter Neonicotinoide, Insektenbekämpfungsmittel, auf städtischen Flächen beschlossen. Es soll für rund 800 Hektar Wiesen, Äcker und Gärten gelten. Bisher hatte nur Rostock so ein Verbot.

Zweifel an fachlicher Kompetenz

Die Stadtvertreter wollten sicher der Umwelt etwas Gutes tun, erklärte Verbandspräsident Detlef Kurreck am Dienstag in Neubrandenburg. „Leider haben sie sich bei ihrer Entscheidung nicht von fachlicher Kompetenz, sondern von ideologischen Argumenten leiten lassen.“ Ein Einsatz des Unkrautbekämpfers ermögliche eine wirtschaftliche, pfluglose Bodenbewirtschaftung und den Anbau von Zwischenfrüchten, die auch Nahrung für Bienen böten.

Bodenerosion durch Glyphosatverbot?

Ohne Glyphosat müsse mehr gepflügt werden, was zu einer zunehmenden Wind- und Wassererosion des Bodens führe. Kurreck kritisierte, dass die Kommune stark in Unternehmerentscheidungen eingreife. „Das ist so, als würde eine Stadt dem ortsansässigen Arzt sagen, dass er Medikamente nur noch intravenös und nicht als Pille verabreichen darf.“

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Kommentare (1)

kann man in diesem Fall auch mit Lobbyismus übersetzen. Gemeinden haben über das Wohl ihrer Bürger zu entscheiden und wenn eine Gemeinde sich dazu entschliesst, kein Gift mehr versprühen zu wollen, dann hat die Wirtschaftslobby das kritiklos zu akzeptieren.