Die Fläche am Biomasseheizwerk soll als grünes Gewerbegebiet erschlossen werden.
Die Fläche am Biomasseheizwerk soll als grünes Gewerbegebiet erschlossen werden. Heike Sommer
Wirtschaft

Neustrelitz will es im neuen Gewerbegebiet grün, smart und digital

Die Stadt Neustrelitz entwickelt deshalb ein grünes Gewerbegebiet, das sich ausschließlich mit erneuerbaren Energien versorgt.
Neustrelitz

Was die Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Rohstoffen betrifft, so hat Neustrelitz im Land die Nase vorn. Auch mit Blick auf die gesamte Bundesrepublik reiht sich die Stadt in der Spitze ein. Das grüne Image will Neustrelitz nun zu seinem Aushängeschild machen. „Grün, smart, digital“, lautet der Slogan, mit dem die Stadt künftig werben möchte.

Schon seit gut zwei Jahren arbeiten Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke daran, ein „Grünes Gewerbegebiet“ zu entwickeln, wie Bürgermeister Andreas Grund in einem Pressegespräch informierte. Der Anstoß für das Vorhaben kam von der Landesregierung. Sie startete im Jahr 2017 eine Initiative „Grüne Gewerbegebiete“.

„Wir denken schon seit geraumer Zeit darüber nach, wie es mit unserem Bioheizkraftwerk weitergeht, wenn die festgeschriebene Vergütung für erneuerbare Energien wegfällt“, sagt Bürgermeister Andreas Grund. Immerhin fließen die Gewinne aus den erneuerbaren Energien derzeit beispielsweise in die Unterhaltung des Tierparks – und sie ermöglichen die großzügige Förderung von Vereinen. Diese Quelle soll auch nach dem Wegfall der Pauschalvergütung weiterhin sprudeln. Einen Weg sieht die Stadt darin, ein attraktives Gewerbegebiet zu entwickeln, um Neuansiedlungen zu ermöglichen. „Unsere drei Gewerbegebiete sind ausgelastet. In Neustrelitz haben wir weniger produzierendes Gewerbe, dafür mehr Dienstleister“, beschreibt Grund die derzeitige Situation.

Areal am östlichen Stadtrand ausgesucht

Da die Stadt nicht mit einer Autobahnanbindung punkten kann, setzt man auf ein anderes Pferd: die digitale Datenautobahn. Sie passt ins Konzept des geplanten grünen Gewerbegebietes. „Die Stadtwerke haben die Stadt mit Glasfaserkabeln vernetzt. Diese 14-Millionen-Euro-Investition wird sich auszahlen“, sagt Grund. Doch zurück zum grünen Gewerbegebiet. Hier hat die Stadt schon etliche Schritte gemacht und nun eine Projektskizze vorliegen, die im April den Stadtvertretern vorgestellt werden soll.

Für das Projekt wurde ein Areal am östlichen Stadtrand direkt an der B 96 ausgewählt. Eigentümer des knapp 90 000 Quadratmeter großen Grundstücks sind die Stadtwerke. „In dem Gebiet ist vorgesehen, neben den bestehenden Energieanlagen, neue grüne Energieerzeuger sowie regionale Energieverbraucher wie Rechenzentren und Ladestationen anzusiedeln“, sagt Bürgermeister Andreas Grund.

Stromspeicher geplant

Die Akzeptanz für erneuerbare Energien sei in Neustrelitz besonders groß. Denn schon jetzt spare die Stadt mit ihrem Biomasseheizkraftwerk 14 000 Tonnen CO2. So sollen in dem neuen Gewerbegebiet Fotovoltaik- und Windkraftanlagen entstehen. Zudem ist ein Stromspeicher geplant. Dieses Verbundsystem soll es möglich machen, die angesiedelten Betriebe autark mit Energie und Wärme zu versorgen. Überschüssiger Strom könne in Form von Wasserstoff gespeichert werden und für Fahrzeuge zur Verfügung stehen.

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