LANGSAM, ABER SCHNELL

Neustrelitz will Tempo 30 und Durchfahrtverbot für Lkw

Die Neustrelitzer Stadtvertreter können es kaum erwarten, bis es endlich soweit ist. Sie empfehlen dem Bürgermeister und der Verwaltung, sich zu beeilen.
Susanne Böhm Susanne Böhm
In der Neustrelitzer Innenstadt soll Lkw-Fahrern bald ein Durchfahrtverbot erteilt werden.
In der Neustrelitzer Innenstadt soll Lkw-Fahrern bald ein Durchfahrtverbot erteilt werden. Robin Peters
Neustrelitz.

Geht es nach den Neustrelitzer Stadtvertretern, werden durchfahrende Lkw und Geschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde in der Neustrelitzer Innenstadt unverzüglich verboten. Zwar ist beides ohnehin seit Langem geplant und wird von der Verwaltung in den neuen Verkehrsentwicklungsplan eingearbeitet, doch den Kommunalpolitikern geht das nicht schnell genug.

„Die Stadtvertretung befürwortet zwar das Bemühen der Stadtverwaltung, das Problem perspektivisch zu lösen, sieht jedoch umgehend Handlungsbedarf“, heißt es in dem Antrag der CDU-Fraktion und der Fraktion PuLS/FDP/Grüne. Einstimmig empfahlen die Stadtvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung Bürgermeister Andreas Grund (parteilos), „alle erforderlichen Prüfungen durchzuführen und alle für die Umsetzung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen“.

Verwaltungsakt sei langwierig

Schnellstmöglich sei eine Tempo-30-Zone in der Innenstadt einzurichten. Im selben Bereich solle ein Durchfahrtverbot für Lkw über siebeneinhalb Tonnen eingerichtet werden. Außerdem solle auch auf der Straße An der Promenade Tempo 30 gelten.

Andreas Grund wies allerdings darauf hin, dass so ein Verwaltungsakt langwierig ist und andere Behörden ein Wörtchen mitzureden haben. „In der Semmelweisstraße haben wir ein Jahr gebraucht und sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden.“ Er appellierte an die Neustrelitzer, schon von sich aus ordentlich zu fahren. „Jeder hat es selbst in der Hand, die Verkehrsvorschriften als hohes Ziel anzusehen, insbesondere in der Innenstadt.“

Straßenbelag wird künftig genauer geprüft

Das gelte auch für Radfahrer. So dürften Radfahrer, abgesehen von der Strelitzer Straße, nicht auf den Gehwegen fahren. „In der Strelitzer Straße heißt es, ‚Radfahrer frei‘, aber nicht ‚Feuer frei‘. Hier gilt Schrittgeschwindigkeit“, ermahnte das Stadtoberhaupt. So sieht das auch Stadtvertreter Manfred Schwarz (Die Linke). „Ich finde es traurig, dass wir mit so einem Beschluss unsere Bürger zwingen müssen, sich in dieser Stadt vernünftig zu bewegen.“

Die Stadtvertreter beschlossen außerdem, künftig speziell die Wahl des Straßenbelags zu hinterfragen. Auf Basis von Lärmmessungen solle künftig stets kritisch geprüft werden, ob Pflaster die beste Wahl ist. Immer wieder gebe es Beschwerden über zu viel Lärm auf gepflasterten Straßen. Der Leidensdruck der Einwohner vor allem in der Innenstadt sei enorm.

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