WIRTSCHAFT

Neustrelitzer Autohaus-Chef wehrt sich gegen Gerüchte

In Neustrelitz wird gemunkelt, Udo und Ramona Kuhn würden ihr Unternehmen in Neustrelitz bald aufgeben. Doch davon kann gar keine Rede sein – im Gegenteil.
Udo Kuhn und Auszubildende Jody David denken gar nicht daran, ihre Arbeit niederzulegen. Im Gegenteil: Auto-Kuhn ist seit viel
Udo Kuhn und Auszubildende Jody David denken gar nicht daran, ihre Arbeit niederzulegen. Im Gegenteil: Auto-Kuhn ist seit vielen Jahren im Geschäft und will dies auch bleiben. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Das Autohaus Kuhn in Neustrelitz dementiert das Gerücht seiner baldigen Schließung. In der Stadt macht seit einigen Tagen Gerede die Runde, Udo Kuhn und seine Schwester Ramona würden bald ihr Geschäft aufgeben. Doch davon kann gar keine Rede sein, bekräftigte Geschäftsführer Udo Kuhn am Montag auf Nordkurier-Nachfrage.

Er sei von Kunden darauf angesprochen worden, dass er wohl bald keine Autos mehr verkaufe, sondern nur noch Reparaturservice anbiete. Sogar ein konkretes Datum sei genannt worden, von dem an in seinem Unternehmen angeblich alles anders laufe. Dies sei jedoch ein Irrglaube. Alles bleibe beim Alten, definitiv und unumstößlich. Der Unternehmer hat eine Ahnung, woher das Gerücht kommt.

„Wir kaufen jetzt in Gemeinschaft”

In der Fahrzeugbranche gebe es Serviceverträge und Verkaufsverträge. Zu Beginn dieses Jahres habe der VW-Konzern seinen Servicepartnern und Händlern neue Verträge angeboten. Er habe den neuen Servicevertrag unterschrieben, jedoch die Gelegenheit genutzt, sich vom Verkaufsvertrag zu verabschieden und sich stattdessen mit mehreren Händlern zusammenzuschließen. „Wir kaufen jetzt in Gemeinschaft“, erklärte er. Für ein vergleichsweise kleines Unternehmen wie seins sei es wirtschaftlicher, zusammen mit anderen Unternehmen größere Mengen zu besseren Konditionen zu kaufen. „Es ist ein Unterschied, ob ich 100 oder 1000 Autos verkaufe.“ Den Kunden könne das egal sein, für sie ändere sich nichts.

Dies könne der Auslöser des Gerüchts sein. Möglicherweise hätten sich Interna herumgesprochen und seien dann nach dem Stille-Post-Prinzip verfälscht worden. Er sei jetzt 52 Jahre alt und habe keineswegs vor, alsbald in Rente zu gehen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mit 70 noch hier sitze, vielleicht auch mit 80 und dann langsam einen Nachfolger einarbeite.“

Werkstatt 1988 in Usadel gegründet

In Neustrelitz kommt es immer mal wieder vor, dass über erfolgreiche Unternehmen Gerüchte verbreitet werden. Die Gaststätten Fürstenhof und Bootshaus können davon ein Liedchen singen. Hätten die Orakel Recht gehabt, wären beide schon mehrfach geschlossen worden. Auch der Chinese am Markt war schon übler Nachrede ausgesetzt. Die Commerzbank-Filiale sollte es längst nicht mehr geben. Das Landesamt für Finanzen war auch schon totgesagt. Selbst vor Hauke Runge macht die Gerüchteküche nicht halt. Hätten böse Zungen die Wahrheit gesagt, wäre er längst nicht mehr TSG-Präsident.

Seit 32 Jahren haben Udo und Ramona Kuhn ihr Unternehmen. Sie sind in die Autobranche hineingewachsen. „Unser Vater hat 1988 in Usadel eine Trabantwerkstatt eröffnet“, erzählt Udo Kuhn. Er habe zu DDR-Zeiten zunächst KFZ-Mechaniker gelernt, dann Zerspanungsfacharbeiter und sei dann Betriebswirt geworden, um den Autohandel eröffnen zu können. Sein Unternehmen in der Hohenzieritzer Straße repariert und wartet Volkswagen und Audis und verkauft Pkw und Nutzfahrzeuge von VW. Der Markt sei stabil. „Es gibt Höhen und Tiefen, aber wir haben gut zu tun.“

30 Mitarbeiter und vier Azubis

Rund 30 Fahrzeuge verkauft das Autohaus im Monat, wobei das meiste Geld durch Reparaturen und Wartungen reinkommt. Der Jahresumsatz liegt bei 7,4 Millionen Euro. 30 Mitarbeiter und vier Auszubildende sind bei Auto-Kuhn beschäftigt. Elektroautos werden in diesem Jahr die größte Herausforderung, sagt Udo Kuhn. „Wir müssen eine Zapfsäule bauen und müssen sehen, ob Elektromobilität sich durchsetzt. Es wird wohl schwierig.“ Wer die Umwelt schützen will, sei mit einem E-Auto jedenfalls auf dem Holzweg. Die Herstellung der Batterien sei extrem umweltschädlich und ein Recyclingsystem für die Batteriemassen gebe es auch nicht. Diesel sei das Mittel der Wahl. „Durch die ganzen Katalysatoren ist beim Diesel die Luft, die hinten rauskommt, sauberer als die, die vorne reinkommt.“

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