INSEKTEN

Neustrelitzer entdeckt Wespenspinne auf seiner Terrasse

Eine Spinne, gestreift wie eine Wespe, hat ein Neustrelitzer mit in die Redaktion gebracht. Ob das Tierchen giftig ist, wusste der Leiter des Nationalparkamtes.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Nach ihrem Besuch in der Redaktion wurde die Spinne wieder in die Freiheit entlassen.
Nach ihrem Besuch in der Redaktion wurde die Spinne wieder in die Freiheit entlassen. Tobias Lemke
Neustrelitz.

Da staunte Klaus Fonferek nicht schlecht. Auf seiner Terrasse in Neustrelitz entdeckte er eine große Spinne, wie er sie noch nie gesehen hatte. Denn der lange Körper zeigte eine Musterung ähnlich einer Wespe. Natürlich fragte er sich: Was ist das für ein Exemplar? Ist sie giftig?

Also fing er sie vorsichtig ein und brachte sie in der Nordkurier-Redaktion vorbei. „Vielleicht handelt es sich ja sogar um eine eingewanderte Art“, sagte der Neustrelitzer. Bald kam eine andere Vermutung auf. Handelte es sich um eine sogenannte Wespenspinne? Eine Anfrage beim Müritz Nationalpark sorgte schnell für Klarheit. „Wespenspinne“, bestätigte Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamts Müritz.

Eine Verwandte der Kreuzspinnen

Was hat es nun mit dieser Spinne auf sich? Die Wespenspinne wird auch Zebraspinne, Tigerspinne oder Seidenbandspinne genannt. Unter den Spinnen gehört sie zu der Familie der Echten Radnetzspinnen. Dazu gehören zum Beispiel auch Kreuzspinnen. Bis vor rund 50 Jahren war die Art Wespenspinne vor allem im südlichen Teil Europas zu finden. In den Breitengraden Mitteleuropas kam sie eher selten vor, etwa in der Oberrheinischen Tiefebene, im Rhein-Main-Gebiet oder in der Umgebung von Berlin. Seitdem hat sie sich stark verbreitet, nicht nur in Europa, sondern auch in asiatischen und afrikanischen Ländern.

Wespenspinnen bevorzugen sonnige, offene Orte mit niedrigem bis halbhohem Bewuchs. Dort finden sie am ehesten ihre Beute, unter anderem Heuschrecken, Bienen und Wespen. Im Netz gefangen, wird das Opfer mit Gift getötet. So werden die Innereien des Opfers verflüssigt. Anschließend saugt die Spinne es aus.

Für Menschen ungefährlich

Für den Menschen ist das Gift allerdings ungefährlich. Die kleinen Giftklauen können die Haut zudem nur an sehr dünnen Stellen durchdringen, etwa am Ohrläppchen. Gute Nachrichten für Klaus Fonferek. Er muss sich demnach keine Sorgen um das Wohl seiner Lieben machen: „Ich lasse sie gleich wieder auf der Terrasse frei.“

Übrigens handelte es sich bei der Spinne des Neustrelitzers um ein Weibchen. Bis zu 25 Millimeter können sie groß werden. Männchen dagegen sind mit rund sechs Millimetern eher schmächtig und sind mit ihrer hellbraunen, undeutlichen Zeichnung recht unauffällig. Gerade die männlichen Wespenspinnen leben gefährlich. Nach dem Paarungsakt versuchen die Weibchen – wie bei vielen anderen Spinnenarten ebenfalls – ihren Partner zu verspeisen.

Ab Ende August legen die Spinnen ihre Eier in kugelförmigen Kokons ab. Die geschlüpften Jungspinnen überwintern geschützt in dem Kokon, bis es warm genug wird. Danach brechen sie aus und entwickeln sich schnell zu erwachsenen Exemplaren.

Die Art ist weit verbreitet und wird daher in Deutschland als ungefährdet eingestuft. Zudem gibt es hierzulande keine Art, die dem auffälligen Insekt gleichen würde. Lediglich im Mittelmeerraum gibt es eine Art mit ähnlicher Musterung. Im Jahr 2001 erhielt die Wespenspinne eine besondere Ehrung: Sie wurde zur Spinne des Jahres gewählt.

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