Medizin

Neustrelitzer Krankenhaus glänzt in Umfrage

In einer neuen bundesweiten Umfrage steht die Abteilung Anästhesie aus Neustrelitz weit vorne. Thema des Rankings: die Arbeitsbedingungen. Doch wie zuverlässig ist diese Bestenliste?
Martina Schwenk Martina Schwenk
In der neuen Rangliste für gute Arbeitsbedingungen steht die Abteilung Anästhesie des DRK-Krankenhauses in Neustrelitz auf dem dritten Platz. Foto: Martina Schwenk
In der neuen Rangliste für gute Arbeitsbedingungen steht die Abteilung Anästhesie des DRK-Krankenhauses in Neustrelitz auf dem dritten Platz. Foto: Martina Schwenk Martina Schwenk
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Neustrelitz.

In welchen Krankenhäusern herrschen für Ärzte wirklich gute Arbeitsbedingungen? Diese Frage zu beantworten, daran hat sich jüngst eine, nach eigener Aussage unabhängige Organisation mit dem Namen Treatfair GmbH aus Stuttgart versucht. Aus den Ergebnissen ihrer deutschlandweiten Umfrage wurde, geordnet nach Abteilungen, eine Top-100-Liste erstellt. Im Mai sollen die Ergebnisse veröffentlicht werden. Die besten zehn Abteilungen für Anästhesisten wurden bereits via dem Kurznachrichtendienst Twitter bekannt gegeben. Mit dabei: das DRK-Krankenhaus in Neustrelitz auf dem dritten Platz.

Von dem Ergebnis wurde Norbert Dietrich, Chefarzt der Anästhesie in Neustrelitz, positiv überrascht. „Im März erhielt ich eine Mail, dass wir gut abgeschnitten hätten. Wie gut genau wurde allerdings nicht verraten.“ Die Organisation sei ihm zuvor nicht bekannt gewesen. Es wäre schlicht eine Mail eingetroffen mit einer freiwilligen Umfrage und der Bitte, diese an die Krankenhausmitarbeiter weiterzuleiten.

Umfragebogen an Krankenhäuser geschickt

Aber wie wurde das Ranking erstellt? Laut Treatfair wurde ein Umfragebogen an so viele Krankenhäuser wie möglich gesendet. Gefragt wurde etwa nach Arbeitsatmosphäre, Weiterbildung, Führungsstil und Zeitmanagement. „Wir sind neu und dementsprechend noch recht unbekannt. Die Resonanz war allerdings überraschend gut“, sagt ein Sprecher der Organisation. Rund 1300 Ärzte hätten sich beteiligt. In die Bestenliste wurden nur Abteilungen aufgenommen, in denen mindestens zwei Ärzte den Fragebogen eingereicht hatten und bei denen die Bewertungen gut waren. Am Ende seien 173 Abteilungen übrig geblieben, die für die Wahl der Top 100 berücksichtigt wurden. Das Ziel, so Treatfair, sei es zum einen, Ärzten eine Orientierung zu geben, in welchen Abteilungen Kollegen gute Erfahrungen gemacht haben. Zum anderen hoffe man, dadurch bei anderen Krankenhäusern einen Anschub zu geben, die Arbeitsbedingungen für Ärzte zu verbessern. „Um die Ecke gedacht, kommt das den Patienten ebenfalls zugute“, sagt ein Treatfair-Sprecher.

Chefarzt hat nicht mitgemacht

Ob diese Rechnung wirklich aufgehen wird, daran zweifelt die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern noch. „Die Schlussfolgerung, dass so eine Aktion auch den Patienten Vorteile bringt, könnte etwas zu einfach sein“, heißt es aus Rostock. Allerdings sei die Stuttgarter GmbH der Verbraucherzentrale noch unbekannt. Auch bei der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern ist Treatfair ein unbeschriebenes Blatt. Dort steht man der Organisation eher skeptisch gegenüber. „Es wirkt eher wie Marketing“, sagt Pressesprecherin Katarina Sass, unter anderem, weil laut Internetseite ein Treatfair-Siegel geplant ist.

Wie zuverlässig diese Umfrage wirklich ist, fragt sich auch Chefarzt Norbert Dietrich. Aber: „Nur derjenige, der zufrieden auf der Arbeit ist, leistet auch gute Arbeit.“ Das, so Chefarzt Dietrich, habe er auch in seinen 25 Jahren in der Medizin mitgenommen. An besseren Arbeitsbedingungen arbeite man ohnehin in Neustrelitz. „Am Ziel sind wir noch nicht. Es ist ein kontinuierlicher Prozess.“ Selbst teilgenommen habe er an der Umfrage nicht – wegen seiner Funktion als Abteilungsleiter.

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Kommentare (1)

Wir haben vor kurzem hier in Neustrelitz entbunden, wir wurden von der Schwester und den anwesenden Oberarzt patzig und wie ein Stück Vieh behandelt! Auch auf Nachfrage nach Schmerzmittel wurden gekonnt überhört. Als meine Frau samt Kind denselben Tag nach Neubrandenburg verlegt wurde erzählte ihr der DRK Fahrer das sich die Schwester noch über meine Frau lustig gemacht hat, weil sie so starke Schmerzen hatte! Wir werden ab sofort nur noch nach Neubrandenburg gegeben falls nach Waren fahren. Uns reicht es mit diesen (Fachärzten).