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Neustrelitzer schwänzt einfach Gerichtsverhandlung

Ein junger Mann ist nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen. Jetzt hat er mit den Konsequenzen zu leben.
Ein junger Mann ist nicht zur Gerichtsverhandlung erschienen. Jetzt hat er mit den Konsequenzen zu leben.
Daniel Reinhardt

Immer wieder warten Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidiger vergebens auf den Angeklagten. Diesmal hat das einer aus Neustrelitz gemacht.

Jetzt reicht‘s! Für einen 25-jährigen Neustrelitzer könnten bald die Handschellen klicken. Er wird seit Dienstag per Haftbefehl gesucht. Schließlich sollte er sich vorm Warener Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten. Zog es aber vor, nicht zu erscheinen. Zeugen waren gekommen, der Richter saß auf seinem Platz, der Staatsanwalt wollte auch seinen Job machen. Und der Verteidiger hätte gern ein Wörtchen für den Schwänzer eingelegt.

Schwänzen liegt an der Tagesordnung

Dass Angeklagte ihren Ladungen vor Gericht nicht nachkommen, das ist kein neues Phänomen, macht es aber deshalb nicht legitim. Laut Matthias Brandt, Direktor am Warener Amtsgericht sei das in jüngster Zeit häufiger als früher der Fall, dass man vergeblich auf die bösen Buben warte. Grund: „Seit wir in Waren auch Neustrelitzer Fälle verhandeln, kommt das öfter vor. Es ist ja auch eine recht große Entfernung. Doch keine Entschuldigung, einer richterlichen Vorladung nicht zu folgen.“

Zeugen erhalten Aufwandsentschädigung

Die Müritzer seien folgsamer. Die Angeklagten hätten wie die Zeugen auch beispielsweise mit ihren Autos, Bus oder Bahn anzureisen. Wenn aber nun alle anderen erscheinen, eben nur der Angeklagte nicht? „Dann bekommen die Zeugen beispielsweise trotzdem ihre Aufwandsentschädigung. Die rechnen dann zu den Kosten des Verfahrens, die am Ende durchaus auch auf den Angeklagten zukommen können, je nach Urteil“, so Matthias Brandt. In besagtem Falle waren noch am Dienstag Polizisten auf der Suche nach dem Schwänzer. Allerdings ohne Erfolg. So wurde aus der Verhandlung nichts. Wenn er nun geschnappt wird, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder er kommt bis zur neuen Verhandlung ins Gefängnis, damit man ihn nicht wieder suchen muss. Oder der Richter vertraut ihm noch einmal und schickt eine neue Vorladung.