INSOLVENZ

Neustrelitzer Stadtbäckerei muss zwei Filialen schließen

Im Zuge des Insolvenzverfahrens muss die Stadtbäckerei Kowalewski zwei Filialen schließen, die Verwaltung verschlanken und den Fuhrpark ausdünnen.
Die Stadtbäckerei Kowalewski hatte Insolvenz angemeldet und will zwei Filialen schließen, aber sich an einem Projek
Die Stadtbäckerei Kowalewski hatte Insolvenz angemeldet und will zwei Filialen schließen, aber sich an einem Projekt in der Kreisstadt beteiligen (Archivbild). Heike Sommer/Archiv
Neustrelitz.

Im Zuge des Insolvenzverfahrens der Neustrelitzer Stadtbäckerei Kowalewski müssen zwei Filialen geschlossen werden. Nach Aussage von Insolvenzverwalter Michael Busching handelt es sich um die Zweigstellen im Neubrandenburger Lindetalcenter und in der Wilhelm-Stolte-Straße in Altstrelitz. Zudem werde die Verwaltung verschlankt. Insgesamt mussten bisher sechs Mitarbeitern gekündigt werden. Das Unternehmen wird künftig als GmbH weitergeführt. Bisher lief der Betrieb als offene Handelsgesellschaft, wobei die beiden Gesellschafter Bernd Kowalewski und Konstanze Halbig für alle Verbindlichkeiten unbegrenzt hafteten. Mit dem neuen Modell werde privates und geschäftliches Vermögen klar abgegrenzt.

Erste Gläubigerversammlung im Oktober

Zu den nötigen Einsparungen zählt auch die Verkleinerung des Fuhrparks. Die beiden Gesellschafter werden sich von etlichen Autos trennen müssen, die der Insolvenzverwalter als nicht benötigtes Anlagevermögen betitelt. Bis Montag, dem 5. Oktober, konnten die Gläubiger ihre Ansprüche anmelden. Für den 19. Oktober hat das Gericht die erste Gläubigerversammlung einberufen. Da wird sich zeigen, ob das vorgeschlagene Sanierungskonzept überzeugt. Insolvenzverwalter Michael Busching hat da keine Bedenken. „Die Stadtbäckerei ist ein Familienunternehmen mit Zukunft. Die nächste Generation steht bereit, um das Geschäft weiterzuführen“, sagt er. Während andere Bäckereien mit Preisdumping ums Überleben kämpfen, haben die Neustrelitzer auf hohe Qualität und gute Lage sowie Café-Betrieb gesetzt. „Das ist tragfähig. Zudem haben die beiden Unternehmer Ideen und wissen, wie man Geld verdient“, zeigt sich Busching optimistisch.

Große Pläne fürs RWN-Gelände in der Kreisstadt

Eine Zukunftsidee wird gerade in Neubrandenburg angeschoben. Dort soll in der Nähe des Tollensesees ein sogenannter „Stadt-Land-Foodcourt“ angesiedelt werden. Die Investoren sind an den Neustrelitzer Stadtbäcker herangetreten, um ihn mit ins Boot zu holen. Darüber informierten sie jetzt den Neubrandenburger Stadtentwicklungsausschuss. Demnach könnte sich die Bäckerei Kowalewski – bei günstigen Mieten – auf 500 Quadratmetern eine Schaurösterei als „gläserne Lebensmittelmanufaktur“ vorstellen. Das erklärte Bernd Herrmann, einer der Investoren auf dem Gelände des ehemaligen Panzerreparaturwerkes (RWN).

Nach Auskunft von Michael Busching beschäftigt die Bäckerei 160 Mitarbeiter, zur Hochsaison 180 Mitarbeiter. „Die Zahl wird sich bei 150 plus einpendeln. Im Verkauf und in der Backstube werden weiterhin Arbeitskräfte gesucht“, sagt er.

 

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