Bei der Probe ist von den versprochenen Effekten noch wenig zu sehen. Die spielfreudigen Darsteller wie Judith Bohlen als Alic
Bei der Probe ist von den versprochenen Effekten noch wenig zu sehen. Die spielfreudigen Darsteller wie Judith Bohlen als Alice (auf dem Tisch) versprechen jedoch bereits ein außergewöhnliches Spektakel. Robin Peters
Advent

Neustrelitzer Theater bringt Alice im Wunderland als Weihnachtsmärchen

Schwebende Gegenstände, Videoprojektionen und eine Tänzerin als Hauptfigur: Das diesjährige Weihnachts-märchen im Landestheater bietet dem jungen Publikum einige Schauwerte.
Neustrelitz

Ob die vielen Schlüssel, Flaschen und anderen Gegenstände in der Aufführung von „Alice im Wunderland“ im Landestheater tatsächlich wie von Geisterhand durch den Raum schweben, ist bei den Proben des Ensembles in dieser Woche noch nicht zu erkennen. Denn bislang fehlen die schwarzen Overalls der Darsteller, mit denen sie – im Gegensatz zu den leuchtenden Sachen in ihren Händen – komplett in der Dunkelheit verschwinden.

So setzt die Inszenierung des diesjährigen Weihnachtsmärchens für Kinder ganz auf optische Effekte. Schließlich bleibt auch die Hauptfigur Alice über die längste Zeit des Stückes stumm. Gespielt wird sie von Karoline Chmelensky und Judith Bohlen, die sich die Vielzahl an Aufführungen teilen. Das bunte Märchen stellt die extra für die Aufführung gecasteten Gast-Tänzerinnen vor die eine oder andere Schwierigkeit: „Es ist eine Herausforderung, die ganze Zeit nichts zu sagen, aber trotzdem Emotionen auszudrücken“, so Judith Bohlen.

Besonders kindgerechte Geschichten ausgewählt

Für Karoline Chmelensky ist es gar das erste Engagement nach ihrer Zeit in der Ballettschule. „Von Tag eins an ist es eine ganz neue Erfahrung“, sagt Chmelensky – zumal die Künstlerin in der Inszenierung nicht mit anderen Tänzern, sondern überwiegend mit Schauspielern auf der Bühne steht. Gleichzeitig motiviert Chmelensky der rege Austausch mit den Künstler-Kollegen. „Die Zusammensetzung der Genres Tanz und Schauspiel verleiht dem Stück eine besondere Intensität“, sagt Regisseurin Tatjana Rese. Die Kinder werden auf diese Weise in ihrer Wahrnehmung sensibilisiert. Da es sich bei den zwei Romanvorlagen „Alice im Wunderland“ und „Alice hinter den Spiegeln“ von Lewis Carroll um keine reine Kinderliteratur handelt, wurden für die Theaterfassung laut Rese besonderes kindgerechte Geschichten aus beiden Büchern ausgewählt. Die Herzkönigin, das weiße Kaninchen, der Hutmacher und die Grinsekatze dürfen aber natürlich nicht fehlen.

„Der Wahnsinn tobt hinter der Bühne“

Die Theatermacher haben sogar eine neue Figur in das Stück eingefügt: das sogenannte Wechseltier. Dieses tritt mal als Walross, ein anders Mal als Maus auf – und ist als männlicher Gegenpart zur Hauptdarstellerin Alice konzipiert. „Die Vorlage ist kein zusammenhängendes Märchen“, stellt die Regisseurin klar. Die Geburtstagsfeier von Alice verbindet daher die Szenen als Rahmenhandlung.

Der damit einhergehende, schnelle Szenenwechsel und die vielen Kostümwechsel verlangen dem Ensemble der Theater und Orchester GmbH über die Spielzeit von etwas über eine Stunde logistische Meisterleistungen ab: „Der Wahnsinn tobt hinter der Bühne“, sagt Tatjana Rese. Wenn ein Schauspieler aus dem schwarzen Overall in Sekundenschnelle in das Kostüm einer Figur schlüpfen muss, geraten vor allem die Ankleider unter Stress. Nicht weniger Arbeit wartet auf die Technik-Virtuosen. Denn laut Regisseurin Rese gibt es nur wenige Szenen ohne Musik. Diese setzt sich oft aus vielen Elementen zusammen. „Es ist wie ein großer Baukasten.“ Darüber hinaus erweitern große Videoprojektionen das Bühnenbild.

Insgesamt finden 17 Vorstellungen des Weihnachtsmärchens „Alice im Wunderland“ im Landestheater Neustrelitz statt – viele am Vormittag. Besonders für die Premiere am Sonntag, dem 1. Dezember, um 11 Uhr gibt es noch einige Karten. Auch für die Aufführung direkt im Anschluss, am selben Tag, um 15 Uhr, sind noch Tickets zu haben. Alle Vorstellungen auf www.theater-und-orchester.de.

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