Kein Widerspruch: Damit sie in Bewegung bleiben können, wollen die Neustrelitzer mehr Bänke zum Ausruhen, hat die Ge
Kein Widerspruch: Damit sie in Bewegung bleiben können, wollen die Neustrelitzer mehr Bänke zum Ausruhen, hat die Gesundheitsstudie ergeben. Foto: © mma23 - Fotolia.com
Umfrage

Neustrelitzer wollen mehr Sitzbänke

In der Stadt durften sich Bürger zum Thema Gesundheit zu äußern. Mehr als 1000 Adressen wurden angeschrieben. Ein Umfrage-Ergebnis war paradox.
Neustrelitz

Eine Umfrage von geringem Interesse und eine Antwort, die auf den ersten Blick paradox klingt: Neustrelitzer Bürger ab einem Alter von 50 Jahren wollen sich durchaus bewegen, wünschen sich aber vor allem mehr Bänke im Stadtgebiet. Dies ist im Rahmen der Studie „Natürlich! gesund“ in der Residenzstadt offenkundig geworden.

Pausen helfen beim Bewegen

Für Dennis Brück, Koordinator beim Landkreis Seenplatte, der für die Studie den Hut aufhat, ist dies jedoch kein Widerspruch. Die Menschen würden sich gern besser im Stadtgebiet bewegen können, wünschten sich aber auch für eingelegte Pausen mehr Sitzangebote. Das Thema Bewegung war ein zentrales Thema im Rahmen der Untersuchung für die Studie „Natürlich! gesund“. Rund 30 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Sitzgelegenheiten aus. Ebenfalls eine hohe Prozentzahl (27,3 Prozent) wünscht sich bessere Rad- und Wanderwege, 17,2 Prozent der Bürger möchten mehr Bewegungsgruppen, wie zum Beispiel für Nordic Walking. Offene Bewegungsstunden ohne Vereinsbindung wünschen sich 20,1 Prozent, wie Brück in einer Vorstellung der Befragungsergebnisse vor Neustrelitzer Stadtvertretern deutlich machte.

Im Rahmen der Gesundheitsstudie wurde außerdem nach der Beurteilung des gesellschaftlichen Miteinanders gefragt. Ein Großteil der Befragten wünschte sich hier mehr Begegnungen zwischen Alt und Jung.

Zu wenig Angebote für Begegnungen kritisiert

Allerdings wurden auch Defizite deutlich. So sind die Bürger teils schlecht informiert und es sind sogar etablierte Angebote gar nicht bekannt. Nicht in allen Ortsteilen gibt es zudem Begegnungsmöglichkeiten für die Menschen. Vorhandene Einrichtungen kommen zudem wegen ihres Zuspruchs bereits an Kapazitätsgrenzen und nicht alle Angebote können am Leben erhalten werden, weil sie auf ehrenamtlicher Basis beruhen. Gefragt wurde im Zusammenhang mit der Gesundheitsstudie auch zum Thema Digitale Teilhabe. Hier wünschen sich die Befragten mehr Angebote, die Wissen zum Thema digitale Endgeräte vertiefen können.

Antworten als Grundlage für eine Arbeitsgruppe

Im Rahmen der Studie „Natürlich! gesund“ wurden Nordkurier-Informationen zufolge 1060 Adressaten angeschrieben. Die Zahl der Antworten gestaltete sich überschaubar. Nur 209 Personen meldeten sich zu Wort. „Damit ist die Umfrage nicht repräsentativ“, wie Dennis Brück bekräftigte. Von den Antworten hatte man sich ein Miniaturabbild der Grundgesamtheit der Bevölkerung in Neustrelitz erhofft. Die eingegangenen Antworten sollen jetzt als Grundlage für eine noch zu bildende Arbeitsgruppe genutzt werden, die sich weiter mit dem Thema beschäftigt und in die Erfahrungswerte von Koordinatoren vor Ort einfließen sollen. Über die Gründe für die geringe Resonanz auf die Fragen zu der Gesundheitsstudie wollte sich Dennis Brück auf Nordkurier-Nachfrage nicht äußern. Man wolle nicht spekulieren, hieß es. Fakt sei aber, dass die Resonanz aus den befragten Altersgruppen unterschiedlich ausgefallen sei. So hätten nur wenige der 50- bis 65-Jährigen geantwortet. Weil diese meist noch im Erwerbsleben stünden, hätten sie sich für die Beantwortung der Fragen womöglich keine Zeit genommen. In anderen Altersgruppen sei hingegen eine größere Resonanz zu verzeichnen.

Ähnliche Resonanz in anderen Orten

Ursprünglich sollten außer in Neustrelitz unter anderem auch die Bürger der Gemeinde Schönbeck im Amt Woldegk befragt werden. Davon habe man aber wegen der niedrigen Rücklaufquoten in den größeren Orten Abstand genommen. Die Befragung fand auch in Waren, Demmin, Friedland statt. Hier sei die Resonanz ebenfalls gering ausgefallen.

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