HOBBY

Neustrelitzerin pflegt einen ausgezeichneten Garten

Chemie, künstlicher Dünger, Torf, alles tabu! In diesem Neustrelitzer Garten geht alles natürlich zu. Dafür gab es sogar eine Auszeichnung vom Land.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Inge Bartholomäus-Kaelcke in ihrem Reich. Gärten hat sie schon immer naturnah gehalten.
Inge Bartholomäus-Kaelcke in ihrem Reich. Gärten hat sie schon immer naturnah gehalten. Martina Schwenk
Bohnen sind in diesem Jahr gut gewachsen. Bald können sie in den Kochtopf.
Bohnen sind in diesem Jahr gut gewachsen. Bald können sie in den Kochtopf. Martina Schwenk
Im Gräserbeet gedeiht das Zebragras wunderbar.
Im Gräserbeet gedeiht das Zebragras wunderbar. Martina Schwenk
Die Plakette „Natur im Garten” hängt direkt neben dem Hauseingang.
Die Plakette „Natur im Garten” hängt direkt neben dem Hauseingang. Martina Schwenk
Neustrelitz.

Entspannt sitzt Inge Bartholomäus-Kaelcke mit ihrem Mann Wolfgang Kaelcke in Neustrelitz auf ihrer Terrasse mit Blick in den Garten. Vor ihnen breitet sich ein kleines Naturparadies aus. Pflanzen dürfen hier wachsen, wie sie wollen, Vögel und Insekten sind herzlich willkommen. Denn ein schöner Garten ist für das Ehepaar möglichst naturnah.

Das bedeutet: kein künstlicher Dünger, keine Chemikalien und kein Torf. „Ich kaufe auch grundsätzlich keine Blumenerde. Dafür gibt es schließlich den Kompost“, sagt Inge Bartholomäus-Kaelcke. Rasenschnitt wird zum Mulchen genutzt. Damit erfüllt der Garten bereits die wichtigsten Kriterien für die Auszeichnung „Natur im Garten“ des Landes. Vorne neben der Eingangstür hängt die Plakette, die nur an naturnahe Gärten vergeben wird.

Für Inge Bartholomäus-Kaelcke ist es bereits die zweite. Als das Ehepaar noch in Parchim wohnte, erfuhr die Hobbygärtnerin von der Gartenplakette. „Ich habe mir das durchgelesen und gedacht: So habe ich doch schon immer gegärtnert. Also habe ich mich dafür angemeldet.“ Nach ihrem Umzug nach Neustrelitz vor rund zwei Jahren war klar: Auch der neue Garten wird naturnah bewirtschaftet.

Gärtnern ist keine Arbeiten, sondern Freude

Haus und Garten gehörten zuvor den Eltern von Wolfgang Kaelcke. Irgendwann konnten sie sich aus Altersgründen nicht mehr um die Pflanzen und Beete kümmern. „Wir sind hergezogen, als wir beide in Rente waren. Vorher haben wir uns am Wochenende um den Garten gekümmert, jetzt haben wir den ganzen Tag Zeit“, sagt Inge Bartholomäus-Kaelcke. Das Gärtnern empfindet sie nicht als Arbeit, sondern als Freude. „Man hat ja auch was davon.“

Alles, was im Garten wächst, wird auch verarbeitet. „Ich habe schon Marmelade gekocht und wecke auch noch ein.“ Ein paar Kirschen sind extra für die Stare am Baum geblieben. Gurken konnten schon geerntet werden, die Tomaten reifen noch. Für den Kartoffelanbau hat Inge Bartholomäus-Kaelcke alte Tonnen in Hochbeete umgewandelt. „Wir bauen die alte Sorte Linda an. Die schmeckt uns am besten.“

Pflanzen von Reisen mitgebracht

Wer genau hinsieht, entdeckt zudem so manch einen Schatz. Da wären die Pflanzen, die Inge Bartholomäus-Kaelcke von ihren Reisen mitgebracht hat. Das Schilf im Vorgarten zum Beispiel stammt aus Israel vom See Genezareth. „Dort lagen bereits ausgerissene Wurzeln am Uferrand. Eine haben wir mitgenommen und sie hat tatsächlich Wurzeln geschlagen.“ Dann sind da noch die Obstbäume. „Das sindalles alte Sorten. Der eine Apfel ist zum Beispiel ein Altländer Pfannkuchen.“ Die Sorte steht auf der Liste der gefährdeten heimischen Nutzpflanzen. Über den Pfirsichbaum hat sich das Ehepaar sehr gefreut und ein junger Walnussbaum tauchte einfach irgendwann auf.

„Das ist gerade das Schöne, wie alles so wächst, blüht und gedeiht“, sagt WolfgangKaelcke. Seine Frau schwärmt: „Das Schönste ist, auf der Terrasse zu sitzen und die Vögel zu beobachten. Wobei, eigentlich ist hier alles schön.“

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