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Nicht alle Gelder sprudeln schon

Für die Sanierung der Neustrelitzer Stadtkirche sprudeln noch nicht alle Quellen. Eine Zusage über Bundesmittel aus dem Denkmalschutz gibt es jetzt.  FOTO: marlies steffen

VonMarlies SteffenDie Bundesstiftung Denkmalschutz stellt für die Neustrelitzer Stadtkirche 225 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Das reicht aber ...

VonMarlies Steffen

Die Bundesstiftung Denkmalschutz stellt für die Neustrelitzer Stadtkirche 225 000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Das reicht aber noch nicht aus, um mit den Bauarbeiten an der Fassade zu beginnen.

Neustrelitz.Burkhard Erdmann ist ein bisschen ratlos. Soll er sich nun freuen oder soll er den Ball flach halten. Anlass zur Freude hätte er nämlich eigentlich gehabt. Die Bundesstiftung Denkmalschutz hat Fördermittel für die Sanierung der Fassade an der Neustrelitzer Stadtkirche zugesichert. Eine Summe von 225 000 Euro, immerhin. Als erster vermeldete es der in Klein Trebbow bei Neustrelitz beheimatete Bundestagsabgeordnete Christoph Poland (CDU). Nicht ohne darauf zu verweisen, dass er sich persönlich für die Mittelverwendung eingesetzt habe.
Soweit so gut. Aus der Sicht von Burkhard Erdmann, Baubeauftragter der Kirchenkreisverwaltung, ist der angekündigte Geldsegen eine beträchtliche Summe, aber irgendwo auch weder Fisch noch Fleisch.
Denn mit dem Geld allein kann die Sanierung nicht begonnen werden. „Nach wie vor fehlt uns die Zusage über einen anderen wichtigen Finanzierungsbaustein, die Städtebaufördermittel“, bekräftigte der Baufachmann auf Nachfrage des Nordkurier.
Erdmann verwies auf einen Beschluss der Stadtvertretung, die dem wichtigen Bauvorhaben im Herzen der Stadt 500 000 Euro Förderung zubilligte. Aber, sagt Erdmann auch, das sei eben nur die halbe Wahrheit. Bislang gebe es vom Landesförderinstitut (LFI) keinerlei Signale, ob diese Mittel auch in vollem Umfang fließen. Ergebnis: die Bauarbeiten können nicht beginnen.
Noch ist aus Erdmanns Sicht auch kein Grund zur Panik vorhanden. Bislang war man allgemein von einem Baustart in diesem Jahr ausgegangen. Allzuviel Zeit möchten die Beteiligten dennoch nicht mehr verstreichen lassen.

Der Gewinner könnte
ein anderes Projekt sein
Wenn man es genau betrachtet, wird durch die Gelder aus dem Denkmalschutz des Bundes die Fassaden-Finanzierung sogar noch auf eine neue Säule gesetzt. Denn bislang waren als Paketbausteine nur Städtebaufördermittel und die Mittel der Landeskirche – ebenfalls rund 500000 Euro – sowie die Eigenmittel der Stadtkirchengemeinde vorgesehen. Letztere sollen aus Spenden zusammengetragen werden. Hier beläuft sich der aktuelle Stand auf rund 10 000 Euro.
So sehr Burkhard Erdmann mit der langwierigen Entscheidungsfindung im Landesförderinstitut zu den Städtebaufördermitteln hadert, angesichts der aktuellen Zusage über Bundesmittel aus dem Denkmalschutz könnten nun in dem Institut die Karten neu gelegt werden. „Von den 500 000 Euro, die uns fehlten, haben wir jetzt schon 225 000 Euro. Demnach würden statt
500 000 Euro nun nur noch 275 000 Euro benötigt“, konstatiert Burkhard Erdmann.
So könnte von dem mit vielen Begehrlichkeiten belastete Topf der Städtebaufördermittel am Ende vielleicht sogar ein anderes Vorhaben in Neustrelitz profitieren.
Wie dem auch sei, in der Kirchenkreisverwaltung und natürlich in Neustrelitz selbst, hofft man, dass die Bauarbeiten bald in die Puschen kommen, den zu tun ist von der Trockenlegung de Sandsteinsockels ganz unten bis zum Anbringen einer Blitzschutzanlage ganz oben auf dem Kirchturm eine ganze Menge. Und das halbe Jahr ist schon fast rum.

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m.steffen@nordkurier.de