Baulücke
Noch kein heißer Favorit für den Rathaus-Kreisel

Die Baulücke hinterm Kreisverkehr soll sich schließen. 
Die Baulücke hinterm Kreisverkehr soll sich schließen.
Tobias Lemke/Archiv

Plötzlich gibt es mehrere Interessenten für die Baulücke in der Prenzlauer Straße. Eine Verkaufsentscheidung ist aber noch nicht gefallen.

Alles auf Anfang. Dass das Feldberger Integrations-Zentrum (FIZ) den Bau eines Hauses mit Angeboten für verschiedene Generationen plant, ist keine neue Nachricht. Seit Jahren hat Geschäftsführerin Katrin Lüttke ein entsprechendes Konzept in der Schublade zu liegen. Absolut neu ist jetzt aber der Standort, an dem das Mehrgenerationenhaus entstehen soll. Das FIZ hat dafür nun ein Auge auf das brachliegende Grundstück in der Prenzlauer Straße 1 bis 3 am sogenannten Rathaus-Kreisel geworfen.

Dabei wurde im Mai vorigen Jahres auf dem Amtswerder, auf dem ursprünglich gebaut werden sollte, sogar schon der Spatenstich gefeiert. Ein Großteil der Finanzierung und Genehmigungen stand da bereits fest. „Es hat sich aber herausgestellt, dass die Auflagen und Denkmalschutzhürden auf dem Amtswerder so kompliziert sind, dass wir uns vom Standort dort verabschiedet haben“, erklärte Lüttke nun am Dienstagabend im Bauausschuss der Feldberger Seenlandschaft.

Pläne schließen die Garten-Gestaltung ein

Das Gremium hatte sich die Kauf-Interessenten für das Grundstück am Kreisverkehr eingeladen. Die Gemeinde will nur an einen Investor mit einem schlüssigen Konzept verkaufen. Daher sollten die Mitglieder des Bauausschusses als Beratungsgrundlage für die Gemeindevertretung nächsten Dienstag möglichst einen Favoriten küren. Dies gelang am Ende nicht.

Dabei konnte am ehesten noch das FIZ mit einem ausgereiften Konzept punkten. Mit dem Neubrandenburger Planungsbüro Baukonzept hat sich das Integrations-Zentrum einen neuen Partner fürs Projekt Mehrgenerationenhaus ins Boot geholt. Vorgestellt wurde von den Architekten ein zweigeschossiger Bau, der sich durch zwei eingerückte Elemente optisch in drei Teile untergliedert. Im Haus sollen eine teilstationäre Tagespflege, ein Treff für Senioren, Mittagsversorgung, Sport- und Therapiebereiche, Hort und Verwaltungsräume untergebracht werden. Zudem gibt es Pläne zur Gestaltung eines Gartens. „Im Gegensatz zum ursprünglichen Plan wäre hier nun alles drin, was wir uns wünschen“, sagte Lüttke. Denn der zunächst auf dem Amtswerder geplante Bau würde kleiner ausfallen. Einen Haken gibt es allerdings noch. Die Finanzierung des nun größer gewordenen Projekts steht noch nicht auf sicheren Beinen. Die Frage solle sich bis Dienstag klären, kündigte Lüttke an.

Junges Paar schlägt den Bau eines Mietshauses vor

Des Weiteren stellten Katja und Benedikt Schwinkendorf ihre Idee für ein Mietshaus vor. Das junge Feldberger Ehepaar würde mit dem Partner Weberbau in ökologischer Bauweise ein Haus mit zwölf Wohnungen errichten. Zielgruppe für die Vermietung seien junge Familien. „Als wir 2013 nach Feldberg gezogen sind, mussten wir feststellen, dass es hier keinen freien Wohnraum gibt“, erklärte Benedikt Schwinkendorf. Damit sich das Projekt trage, wolle man sechs der zwölf Einheiten als Ferienwohnungen vermieten.

Kurzfristig auf die Baulücke aufmerksam wurde zudem Hannjörg Guhl von der Veemstede GmbH & Co. KG aus Mirow. „Ich kann hier heute Abend nur unser Interesse bekunden“, erklärte er. Als Reverenz konnte Guhl den Seepark Lychen nennen, den seine Firma derzeit zu einer Ferienhaussiedlung umbauen lasse. Für die Feldberger Baulücke würde der Bauträger aus Mirow ein Wohnhaus mit einem Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen in Betracht ziehen.

Der Bauausschuss sprach sich am Ende weder für noch gegen ein Konzept aus. „Auf der Basis der vorliegenden Informationen lässt sich kein Favorit finden“, erklärte Ausschussvorsitzender Hans-Michael Siebeling. Es lägen unterschiedliche Planungsstände vor. Zudem seien Fragen der Finanzierung nicht geklärt.