PLASTIKGALERIE

Objekte von Bernd Göbel in der Schlosskirche zu sehen

Die Arbeiten des berühmten Bildhauers werden in Neustrelitz vorgestellt. Ihre Botschaften sind nicht leicht zu verstehen, aber es gibt viel zu entdecken.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Im Lutherjahr 2017 hat Bernd Göbel die Lutherdekade, bestehend aus vier Bronzeplastiken, geschaffen. Diese und 31 weitere Arbeiten sind demnächst in der Plastikgalerie in der Neustrelitzer Schlosskirche zu sehen. 
Im Lutherjahr 2017 hat Bernd Göbel die Lutherdekade, bestehend aus vier Bronzeplastiken, geschaffen. Diese und 31 weitere Arbeiten sind demnächst in der Plastikgalerie in der Neustrelitzer Schlosskirche zu sehen. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Arbeiten von Bernd Göbel, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart, werden ab Sonntag in der Plastikgalerie in Neustrelitz gezeigt. „Er ist ein Meister der Bildhauerkunst, einer der markantesten zeitgenössischen Bildhauer“, sagte Raimund Hoffmann, Leiter der Plastikgalerie, am Donnerstag in Neustrelitz.

Bernd Göbel habe sich als Künstler und langjähriger Leiter der Bildhauerklasse an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle einen weithin anerkannten Namen gemacht. „Er war einer der wenigen, die nach der Wende den Evaluierungsprozess überstanden. Er konnte leitender Lehrer an der Burg bleiben und die Tradition an seine Schüler weiterreichen.“ Er stehe in einer Tradition, die weit bis in die Antike, in die Babylonische Zeit, reicht. Aber auch mit aktuellen, tagespolitischen Themen setze er sich auseinander. So habe er im Lutherjahr die Lutherdekade geschaffen, seine Snowden-Plakette erinnere an die Enthüllungen des amerikanischen Whistleblowers Edward Snowden, eine weitere Arbeit sei dem Thema Genmanipulation gewidmet.

In New York ausgezeichnet

„Er ist ein sehr kritischer Geist, der nicht im goldenen Käfig seines Ateliers sitzt, sondern mit beiden Beinen im Leben steht und Zeitgeschehen reflektiert“, sagte Raimund Hoffmann. „Seine Bildwerke tragen immer Botschaften. Man hat mitunter Schwierigkeiten, sie zu entschlüsseln, aber wenn man genau hinsieht, wird man so manches entdecken.“

Vor allem durch seine Medaillen- und Plakettenkunst sei Bernd Göbel auch international bekannt, erhielt Auszeichnungen unter anderem in New York. Das Œuvre, das der Bildhauer aus Halle in den vergangenen fünf Jahrzehnten geschaffen hat, sei facettenreich, reiche von Kleinbronzen und öffentlichen Bildwerken über Brunnengestaltungen und baugebundene Kunst, Porträts, Fayencen und plastische Collagen bis zu Zeichnungen und Holzschnitten.

Künstler ist bei Eröffnung dabei

32 Arbeiten aus den Jahren 1976 bis 2018 werden in der Plastikgalerie gezeigt. Die Kuratoren Raimund Hoffmann und Uwe Maroske versuchen, einen Einblick in die Vielseitigkeit des Göbel’schen Werks zu geben.

Die Ausstellung in der Schlosskirche wird am Sonnabend, dem 4. August, um 15 Uhr eröffnet. Der 75-jährige Künstler wird auch da sein. Seine Arbeiten werden bis zum 3. Oktober zu sehen sein.

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