CORONA-EINREISEREGELN GELOCKERT

Offizieller Wohnsitz in der Seenplatte ist begehrt

Die Meldeämter in der Region haben derzeit gut zu tun. Viele Menschen möchten einen Haupt- oder Nebenwohnsitz im Land eintragen lassen. Darunter sind auch Ferienhausbesitzer, die damit auf die Lockerungen der Corona-Maßnahmen, reagieren.
In der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, zu der auch Wesenberg gehört, wurden jüngst viele Wohnungen angemeldet.
In der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, zu der auch Wesenberg gehört, wurden jüngst viele Wohnungen angemeldet. Tobias Lemke
Feldberg.

Nicht nur Touristen haben die vorübergehende Schließung der Landesgrenzen wegen der Corona-Krise offenkundig schnell verziehen. Auch Zuzügler wurden durch die strengen Kontrollen keineswegs vergrault. Einzelne Kommunen hatten sogar einen regelrechten Boom an Wohnsitzanmeldungen zu bewältigen.

Schon zu Beginn der Corona-Krise im März hatten zahlreiche Menschen den Wunsch geäußert, in beliebten Urlaubsregionen der malerischen Seenplatte zu wohnen und der Andrang nahm alles andere als ab: In der Mecklenburgischen Kleinseenplatte rund um Wesenberg und Mirow meldeten laut Amtsleiterin Karola Kahl zwischen Mitte April und Mitte Mai sage und schreibe 90 Menschen eine Nebenwohnung an – im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es lediglich 5. Zum Erstwohnsitz in der Kleinseenplatte ernannten 45 Leute ihre Unterkunft, also 10 mehr als im Vorjahreszeitraum.

„Vermehrt Anfragen”

Ähnliches wurde weiter im Osten der Seenplatte wahrgenommen: „Auch in den letzten Wochen erreichten uns vermehrt Anfragen“, teilte Patrick Reußow, Sachgebietsleiter für Bürgerdienste in der Feldberger Seenlandschaft, mit. 35 Personen ließen einen Erstwohnsitz eintragen, 17 einen Zweitwohnsitz. 21 davon kamen aus anderen Bundesländern.

Bekanntlich war in einer Landes-Verordnung zur Corona-Krise vorübergehend festgelegt, dass Menschen ohne eingetragenen ersten Wohnsitz im Land nur einreisen dürfen, wenn sie sich für ihre Arbeit hier aufhalten oder einen wichtigen Anlass haben. Und das wurde auch kontrolliert. Nicht wenige Leute haben sich offenbar erst im Durcheinander der Krise mit dem eigenen Einwohner-Status beschäftigt und reagieren nun: „Vielen Eigentümern von Wochenend- und Ferienhäusern ist erst mit Beginn der Lockerungsmaßnahmen bewusst geworden, dass sie weder mit Haupt- noch mit Nebenwohnsitz in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft gemeldet sind“, so Patrick Reußow. Viele seien davon ausgegangen, dass mit der Zahlung der Zweitwohnsitzsteuer gleichzeitig der melderechtliche Status vorliegt. Doch das ist nicht der Fall.

Häuslebauer aus dem Land sind auch dabei

Nahe des Tollensesees registrierten Behördenmitarbeiter stellenweise ebenfalls Zustrom: „Anmeldungen eines Erstwohnsitzes gab es etliche“, teilte Marion Franke aus dem Hauptamt des Stargarder Landes mit. Allerdings handelte es sich größtenteils um Umzüge innerhalb des Bundeslandes – zum Beispiel bei Neubau eines Hauses. Auffällig sind die Anmeldungen aus ihrer Sicht daher nicht: „Das sind Fälle, die wir auch ohne Pandemie haben.“

Nach Angaben mehrerer Ämter kann trotz der weiterhin angespannten Situation jeder seinen Wohnsitz wie gewohnt in der Region anmelden. „Grundlage für etwaige Statusänderungen ist auch während der gesamten Pandemie das Bundesmeldegesetz“, teilte Patrick Reußow aus der Feldberger Seenlandschaft mit. Je nach aktueller Erlasslage werde nur das Prüfverfahren angepasst.

Ummeldungen immer möglich

Gegen die Behauptung, dass die Kommunen im März dazu aufgefordert worden wären, strikte Anmeldeverbote auszusprechen, wehrte sich die Kreisverwaltung: „Zu keinem Zeitpunkt war eine An- und Ummeldung des Hauptwohnsitzes ausgeschlossen, sondern nur auf die unbedingte Erforderlichkeit abgestellt“, so Kreis-Sprecherin Haidrun Pergande. So mussten unter anderem Anhaltspunkte dargelegt werden, dass die Wohnung das ganze Jahr genutzt wird.

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