TIERQUÄLEREI

Pferderipper sticht zu und verletzt Stute schwer

Blutüberströmt mit einer klaffenden Wunde im Genitalbereich – so fand Familie Scholz ihr Pferd Celine am Freitag vor. Die Familie ist schockiert.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Stute Celine (links) wurde in der Nacht zu Freitag von einem Unbekannten schwer verletzt. Ihre Besitzerin Olivia Scholz ist schockiert. Stute Elisa ist unverletzt.
Stute Celine (links) wurde in der Nacht zu Freitag von einem Unbekannten schwer verletzt. Ihre Besitzerin Olivia Scholz ist schockiert. Stute Elisa ist unverletzt. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Ein Pferderipper hat in Ollendorf bei Grünow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) eine Stute angegriffen und schwer verletzt. Das Tier trug eine klaffende Wunde im Genitalbereich davon und steht anscheinend unter Schock. Familie Scholz vom gleichnamigen Ferien-Pferdehof, denen das Mecklenburger Warmblut gehört, ist entsetzt und fassungslos.

Der oder die Täter verübten in der Nacht zu Freitag ihr grausames Werk. Als Brigitte Scholz am Donnerstagabend gegen 21 Uhr zum letzten Mal nach den Pferden sah, war die 26-Jahre alte Stute Celine noch bei bester Gesundheit. Als Brigitte Scholz am nächsten Morgen gegen 6.45 Uhr zum Füttern ging, floss dem Tier das Blut in Strömen die Hinterbeine hinunter. „Ich habe das Blut zuerst nicht gesehen, weil sie mit dem Kopf zu mir stand. Aber ich merkte sofort, dass etwas nicht stimmt. Sie stand einfach nur vor mir und sah mich an, als wollte sie mir etwas sagen“, beschreibt Brigitte Scholz den Morgen nach der Tat.

Das Tier hätte auch verbluten können

Seither ist im Hause Scholz nichts mehr, wie es war. „Sie ist unsere Älteste, hat nie schlechte Erfahrungen gemacht, vertraut Menschen“, sagt Tochter Olivia Scholz, der die Stute gehört. Nur darum habe es dem Pferdeschlitzer gelingen können, die Stute zu verletzen, ohne selbst einen Tritt abzubekommen. Nach Auskunft von Polizei-Sprecherin Diana Mehlberg muss der Täter mit einem scharfen, spitzen Gegenstand gearbeitet haben. „Ein Haken, vielleicht ein Messer“, sagt Olivia Scholz.

Nach Einschätzung von Tierärztin Alexandra Putzke hat das Pferd sogar noch Glück gehabt. „Bei so einer tiefen Verletzung in dem Bereich hätte sie verbluten können.“ Wäre der Schnitt etwas höher oder tiefer gewesen, wäre sie jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach tot. Alexandra Putzke geht davon aus, dass die Wunde heilt, Celine sich erholt. „Sie stand sehr apathisch da, aber ich denke, sie wird es überstehen.“ Starke Schmerzmittel helfen dem Tier über die schlimmsten Tage. Dazu bekommt sie ein hochdosiertes Antibiotikum. Familie Scholz muss nun regelmäßig Fieber messen und Celine beobachten. „Viel mehr kann man nicht machen. Bei Schleimhäuten hat Nähen keinen Sinn“, sagt Olivia Scholz.

Gab es weitere Fälle im Raum Woldegk?

Familie Scholz hat keinen Verdacht, wer ihr Pferd so zugerichtet hat. Es sieht allerdings stark danach aus, als habe der Täter sich ausgekannt. Wie die anderen Pferde stand auch Celine in einem Offenstall unmittelbar am Haus. Der Weg durch Zäune und zwischen Nebengebäuden hindurch dürfte für einen Ortsfremden im Dunkeln kaum zu finden sein. Familie Scholz wird jetzt Überwachungskameras installieren und nachts Kontrollgänge durchführen.

Nach Nordkurier-Informationen sollen in der selben Nacht im Raum Woldegk zwei weitere Pferde angegriffen, eins dabei sehr schwer verletzt worden sein. Von diesen Fällen hatte die Polizei am Freitagabend jedoch noch keine Kenntnis.

Im Ollendorfer Fall ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Wer etwas gesehen oder gehört hat, das mit der Tat im Zusammenhang stehen könnte, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden unter Telefon 03981 2580.

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Kommentare (2)

da stimmt was nicht im Umfeld - wünsche ihnen das Sie den Typen greifen

Ich hoffe eure Tiere bleiben in Zukunft von Schaden bewahrt.