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▶️Pilotprojekt zur Gesundheit startet in Neustrelitz

Damit die Neustrelitzer generell gesünder alt werden, haben der Landkreis und die Neubrandenburger Hochschule das Projekt „Gesundes Neustrelitz“ angeschoben.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Leben in Neustrelitz soll noch gesünder werden. Das Projekt „Gesundes Neustrelitz” wurde auf den Weg gebracht
Leben in Neustrelitz soll noch gesünder werden. Das Projekt „Gesundes Neustrelitz” wurde auf den Weg gebracht. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Neustrelitz soll gesünder werden. „Gesundes Neustrelitz“ heißt ein Pilotprojekt, das das Gesundheitsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und die Hochschule Neubrandenburg angeschoben haben. Jetzt wurde das Vorhaben dem Neustrelitzer Ausschuss für Bildung und Soziales vorgestellt und stieß durchweg auf Zustimmung.

Vor zwei Jahren hat der Bund das Präventionsgesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung erlassen. Seitdem geben die Krankenkassen sehr viel Geld für Präventionsprogramme aus, erklärte Gesundheitsamtsleiterin Dr. Cornelia Ruhnau den Sozialausschussmitgliedern bei ihrer jüngsten Sitzung. Nun sei es an der Zeit, das Geld sinnvoll einzusetzen. „Der Fokus, der vom Land gesetzt wird, geht an der Realität vorbei, weil jede Stadt anders ist.“ Es müsse ein Projekt gestartet werden, das speziell auf Neustrelitz zugeschnitten ist. Das Geld solle nicht tröpfchenweise über den ganzen Landkreis verteilt, sondern gezielt in Neustrelitz ausgeschüttet werden.

 

 

Studenten: Neustrelitzer Kinder sind zu dick

Die Gesundheitswissenschaftsstudenten Dennis Brück und Philipp Hölzel legten dem Sozialausschuss eine erste Bestandsanalyse vor. Die deckte auf, dass Neustrelitzer Kinder viel zu dick seien. „Übergewicht ist ein großes Thema. 25,7 Prozent der Achtklässler haben Übergewicht. Jeder zehnte Achtklässler ist von krankhafter Fettleibigkeit betroffen, von Adipositas. Das ist nicht normal, irgendwas läuft hier schief. Der Trend sagt, es wird sich nichts ändern. Wir sollten überlegen, ob wir etwas tun“, sagte Dennis Brück. „Dabei bietet Neustrelitz beste Möglichkeiten, extrem viele Sportvereine, Fitnessstudios, man kann Radfahren oder kostenlos um den See laufen.“

Sein Kommilitone Philipp Hölzel sieht ebenfalls Handlungsbedarf. „Der Zeitpunkt wird nie besser, weil viel Geld da ist. Wir können im Rahmen einer Masterarbeit ein Konzept erarbeiten und anschieben“, bot er an. „Besser als mit einer Masterarbeit geht es nicht“, sagte Cornelia Ruhnau. „Leider laufen die falschen um den See.“ Die, die es nötig hätten, seien nicht dabei.

Projektpartnerschaft vorgeschlagen

„Ich finde es klasse, dass die Hochschule genutzt wird“, sagte Kathleen Supke (SPD). „Sport und Ernährung gehören als ganz große Themen in die Kitas und Schulen.“ Gabriele Michallik, Leiterin des Amtes für Bildung und Soziales, sagte, „wir müssen ganz unten anfangen. Jeder weiß seit Jahren, dass Sport an Schulen nachlässig behandelt wird. Dabei gehören Bewegung und Geist zusammen, seit Jahrtausenden. In den Schulunterricht gehören aus meiner Sicht jeden Tag zwei Stunden Sport. Wir wissen es, aber tun es nicht.“ Silvia Koch (CDU), die als sachkundige Einwohnerin in dem Ausschuss sitzt, sieht auch die Eltern in der Pflicht. „Bewegung entsteht in den Familien. Wenn die Eltern nicht mitmachen, machen auch die Kinder keinen Sport. Wir brauchen ein Umdenken und müssen die Anstöße geben. Es ist toll, dass die Hochschule genutzt wird, um unsere Interessen umzusetzen.“ Bürgermeister Andreas Grund schlug vor, dass die Stadt Neustrelitz, der Landkreis und die Hochschule eine „Projektpartnerschaft“ eingehen. „Entweder wir stellen uns dem Problem oder wir beklagen den Ärztemangel.“

Cornelia Ruhnau erinnerte abschließend daran, dass es für solche Gesundheitsprojekte immer weiter Geld geben wird, Jahr für Jahr. Ob das Vorhaben umgesetzt wird, entscheiden die Stadtvertreter bei einer ihrer nächsten Sitzungen.

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