SEXUALITäT IN DER SEENPLATTE

Queeres Netzwerk in Neubrandenburg und Neustrelitz

Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle und Transgender bauen zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg ein Netzwerk auf. Sie wollen zeigen, dass die Seenplatte offen und bunt ist.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Der erste Christopher Street Day im Juni in Neustrelitz war ein voller Erfolg und soll nicht der letzte gewesen sein.  
Der erste Christopher Street Day im Juni in Neustrelitz war ein voller Erfolg und soll nicht der letzte gewesen sein. Susanne Böhm/Archiv
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Neustrelitz.

Die queere Szene in Neustrelitz macht mobil. Am kommenden Sonnabend wird im Kunsthaus in der Schlossstraße ein Verein gegründet, der sich für mehr gesellschaftliche Akzeptanz queerer Menschen im Strelitzer Land einsetzen und an den Erfolg des ersten Christopher Street Day (CSD) in Neustrelitz anknüpfen will.

Parallel wird auch in Neubrandenburg ein queerer Verein gegründet, der eng mit den Neustrelitzern zusammenarbeiten möchte. Als queer wurden ursprünglich im englischsprachigen Raum Menschen bezeichnet, die homosexuell sind. Inzwischen ist das Adjektiv ein Modewort, das für alle steht, die in irgendeiner Art und Weise von der Norm abweichen. Queer steht heute unter anderem für Schwule, Lesben, Bisexuelle, Intersexuelle, Transgender, Asexuelle, Heterosexuelle, die offene Beziehungen pflegen, und viele, viele mehr. „Im Prinzip betrifft das Thema jeden. Jeder 20. Mensch hat solche Neigungen. Wer nicht selbst queer ist, hat jemanden im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis“, sagt Mitvereinsgründer Robert Kowarik.

Der Verein wolle „den Schwung nutzen“, der beim CSD im Juni durch Neustrelitz ging. „Das war ein sehr großer Erfolg, sowohl zahlenmäßig als auch beim Feedback. Es war eine Veranstaltung mit Festivalcharakter. Darauf wollen wir aufbauen.“

Parade soll im Wechsel stattfinden

Zusammen mit dem Neubrandenburger Verein soll in diesem Jahr ein CSD in Neubrandenburg organisiert werden. Danach soll die Parade jährlich im Wechsel zwischen beiden Städten stattfinden. Mit einer Kooperationsvereinbarung soll die Zusammenarbeit beider Vereine festgezurrt werden. „Wir wollen Synergieeffekte nutzen, die Szene in der Region voranbringen und ein Netzwerk für die Mecklenburgische Seenplatte aufbauen.“

Neben den CSDs seien weitere Aktionen angedacht, zum Beispiel gesellige Runden, Sportfeste, Lesungen und ähnliches. „Wir wollen zeigen, dass wir präsent sind.“ Das gelte nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. „Mecklenburg-Vorpommern hat immer noch diesen braunen Ruf. Wir wollen zeigen, dass das Klischee nicht stimmt, dass unser Land auch bunt ist, dass die Gesellschaft gerade in Neustrelitz eine offene ist.“

Gründungsveranstaltung in Neustrelitz

Jeder, der sich für den Verein und das Thema interessiert, ist bei der Gründungsveranstaltung am Sonnabend, dem 15. Dezember, um 14 Uhr im Kunsthaus in der Schlossstraße 2 herzlich willkommen. Wer vorab mit Robert Kowarik Kontakt aufnehmen möchte, erreicht ihn per E-Mail an robert@kunsthaus-neustrelitz.de.

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