Baustart 2019
Radweg zwischen Granzow und Zartwitz bleibt weiter im Sand stecken

Hier ist die gut ausgebaute Fahrradstrecke, aus Richtung Granzow kommend, zu Ende. 
Hier ist die gut ausgebaute Fahrradstrecke, aus Richtung Granzow kommend, zu Ende.
Tobias Lemke

Radfahrer müssen sich durch 1600 Meter Sand auf dem Weg von Granzow nach Boek quälen. Erst in der nächsten Saison wird die Lücke geschlossen sein.

In diesem Jahr wird es nichts mehr. An der Radweglücke zwischen Granzow und Zartwitz nördlich von Mirow wird 2018 nicht mehr gebaut. Das teilte Martin Kaiser vom Müritz-Nationalparkamt auf Nordkurier-Nachfrage mit.

Im vorigen Sommer wurde der neue 13 Kilometer lange Radweg zwischen Granzow und Boek zwar schon mit Pauken, Trompeten und Polit-Prominenz eingeweiht, aber bereits damals hieß es, dass die Bauarbeiten eigentlich noch nicht ganz abgeschlossen seien. Es fehlen bis dato immer noch rund 1600 Meter im Nationalpark kurz vor dem Zartwitzer Kreuz. Das Projekt wurde seinerzeit gelobt und gefeiert, da es über Gemeindegrenzen hinweg zustande kam und als eine wichtige Verbindung in der Urlauberregion gilt. Im Juni 2017 bestand die Hoffnung, dass die Bauarbeiten auf dem letzten Stück in diesem Jahr beginnen und auch zum Abschluss kommen können.

Für den Belag braucht es Regen

Nordkurier-Leser Horst Schultz aus Qualzow wies nun kürzlich darauf hin, dass sich die Radler an der Stelle aber immer noch durch eine Sandwüste quälen. „Ich war neulich nach Boek unterwegs. Auf dem Ende sind mir bestimmt zehn Radfahrer begegnet, die allesamt schieben mussten“, berichtet er. Diese Urlauber würde es bei solchen Erlebnissen doch nie wieder in die Region ziehen. „Es sei denn, sie sind Extremsportler“, sagt Schultz sarkastisch.

Dass die Zartwitzer Radweglücke 2019 dran ist, sei nun aber so gut wie sicher. „Dann müssen wir bauen, weil der Abrechnungszeitraum für die Fördermittel zu Ende geht“, erklärt Kaiser. Der Plan sieht vor, dass die Bauarbeiten im ersten Quartal kommenden Jahres ablaufen sollen. Derzeit werde die Ausschreibung vorbereitet.

Weil im Nationalpark ein Weg mit einer wassergebundenen Decke entstehen soll, werde die Bauzeit mit Bedacht in den Winter gelegt. Damit sich der Belag richtig verfestigt, bedarf es nach der Fertigstellung nämlich einiger Niederschlagsmengen, erklärt Kaiser. Insofern sei es angesichts der großen Trockenheit in diesem Sommer und Frühjahr fast ein bisschen Glück im Unglück, dass noch nicht gebaut wurde. Denn es hätte passieren können, dass der neue Belag bei der Hitze gar nicht fest geworden wäre. Die Bauarbeiten werden rund vier Wochen dauern.

Kein Lückenschluss an der L 25

Horst Schultz weist zudem darauf hin, dass ganz in der Nähe aus seiner Sicht noch der Lückenschluss an der Landesstraße 25 zwischen Granzow und Roggentin fehle. Wer dort mit dem Rad entlangfahre, sei lebensmüde. Trotzdem seien im Sommer regelmäßig Radler auf dem Abschnitt zu sehen. Die Forderung nach einem Radweg an dem Straßenabschnitt ist nicht neu. Vom zuständigen Straßenbauamt Neustrelitz hieß es dazu in der Vergangenheit aber stets, dass es keine Pläne für einen Bau gibt. Es solle kein doppelter Ausbau passieren, so die Begründung. Denn Radler können ab Roggentin in Richtung Qualzow und Schillersdorf abbiegen und dort eben den neuen Radweg nach Granzow erreichen bzw. die Route umgekehrt befahren.