WASSERQUALITÄT

Rätselraten um Keime im Cantnitzer See

In dem See in der Feldberger Seenlandschaft wurden erhebliche Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Bisher fand sich keine Erklärung für die Verschmutzung. Bis vor Kurzem war noch ein weiterer See betroffen.
Cantnitzer See: An der Badestelle wird aktuell noch per Aushang übers Badeverbot informiert und der Zugang zum Wasser ist
Cantnitzer See: An der Badestelle wird aktuell noch per Aushang übers Badeverbot informiert und der Zugang zum Wasser ist mit einem Flatterband abgesperrt. Tobias Lemke
Cantnitz.

Erklären lassen sich die Ergebnisse nicht so richtig. Fakt ist, in mehreren Wasserproben aus dem Cantnitzer See in der Feldberger Seenlandschaft wurden erhebliche Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Für den See hatten die Ordnungsbehörden im Spätsommer daher auch ein Badeverbot ausgesprochen.

Laut dem Feldberger Ordnungsamtsleiter Reiner Stöhring sei die Überschreitung erstmals Ende August in einer Probe vom Nordufer festgestellt worden. Konkret gehe es um fäkalcoliforme Keime, die im Wasser gefunden wurden. Woher die Verunreinigung stammt, sei dabei völlig unklar. „Wir sind um den ganzen See herumgelaufen und konnten nichts erkennen. Wir tappen hinsichtlich der Ursache noch im Dunkeln“, erklärt Stöhring.

Fische nicht gefährdet?

Einträge aus der Landwirtschaft, etwa Gülle, die von den Feldern in den See geflossen sein könnte, seien auszuschließen. Das passe nicht mit der Art der Keime zusammen. Mittlerweile seien Nachuntersuchungen abgelaufen, die jüngsten Wasserproben wurden erst Ende September dem See entnommen. In allen Proben wurde dabei der Grenzwert gerissen. Allerdings seien die Schwellenwerte auch besonders streng gesetzt, so Stöhring. Auswirkungen auf die Fische im See müssen Angler zum Beispiel nicht befürchten. Das erteilte Badeverbot wurde inzwischen wieder aufgehoben, jedoch nur, weil die Badesaison eh vorüber ist.

Ab dem Frühjahr wieder Routine-Überprüfung

Für den Herbst seien nun weitere Nachuntersuchungen geplant, wobei sich die Gemeinde Feldberger Seenlandschaft sowie das Umweltamt und das Gesundheitsamt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte miteinander abstimmen. Ab dem Frühjahr laufe dann ohnehin wieder die Routine-Überprüfung des Cantnitzer Sees an. Die Badegewässer in der Seenplatte werden regelmäßig vom Gesundheitsamt überprüft. So sei letztlich auch die Verunreinigung im Cantnitzer See erkannt worden, erklärt dazu Kreissprecherin Haidrun Pergande.

Lage hat sich normalisiert

Auch der Woldegker Stadtsee fiel zuletzt mit einer erhöhten Keimbelastung auf, heißt es in einem Bericht des Gesundheitsamtes. Hier habe sich die Lage mittlerweile aber wieder normalisiert, informiert Woldegks Bürgermeister Ernst-Jürgen Lode (SPD) auf Nordkurier-Nachfrage. Der See habe ausgangs des Sommers mit einem niedrigen Wasserstand zu kämpfen gehabt und werde ausschließlich vom Oberflächenwasser gespeist, was zur Überschreitung der Grenzwerte geführt haben könnte. Der Woldegker Stadtsee wird derzeit sowieso im Rahmen eines Monitorings genauer unter die Lupe genommen. „Wir sind aktuell dabei abzuklären, welche Auswirkungen die unmittelbaren Anlieger auf den See haben. Unser großes Anliegen lautet natürlich, dass der Stadtsee als Badegewässer erhalten bleibt“, so Lode.

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