BRÜCKENBAU AM HECHTSEE

Rammen für den neuen Radweg nach Feldberg

Der neue Radwegeabschnitt zwischen Möllenbeck und Feldberg wurde mittendrin begonnen. Das hatte seine Gründe, auch Belange des Naturschutzes spielen dabei eine Rolle.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Der Kranauslieger misst mehr als 30 Meter Höhe. Die bis zu 13 Meter langen Pfähle werden zu großen Teilen in die Erde gebracht.
Der Kranauslieger misst mehr als 30 Meter Höhe. Die bis zu 13 Meter langen Pfähle werden zu großen Teilen in die Erde gebracht. Marlies Steffen
Feldberg.

Die zwei Schwäne auf dem Hechtsee unweit von Feldberg schauen dem Treiben an dem Hang zum Ufer aus respektvollem Abstand zu. Hohe Säulen ragen neben der Landesstraße 34 aus der Erde. 20 Pfähle, die einmal ein 80 Meter langes Brückenbauwerk halten sollen, richten sich gen Himmel. Jedes der rund 3,5 Tonnen schweren Teile aus Stahlrohr haben Mitarbeiter einer Schweriner Firma gemeinsam mit Tiefbauern aus Jarmen und mittels aufwendiger Spezialtechnik in die Erde gebracht.

Wie sperrige Stümpfe eines riesigen Unterkiefers strecken sich die grauen Objekte aus dem aufgewühlten Boden. „Wird die Brücke etwa oberhalb der Straße am Hechtsee vorbeigeführt?“ Dimo Woitczak vom Straßenbauamt Neustrelitz schüttelt den Kopf. Was die Betrachterin an diesem frühlingshaften Februar-Sonnabend sieht, ist nur eine Etappe und nicht das „Ende der Fahnenstange“.

Ohne Hindernisse

Die Pfähle werden erst mit einer Ramme in ihre endgültige Position gebracht. Ursprünglich bis zu 13 Metern lang, ragen zum Schluss nur noch etwa 1,20 Meter aus der Erde. Die Versenkung erfolgte am Wochenende über mehrere Abschnitte. Vor dem Rammen wurden die tragenden Stützen für die Brücke mittels Vibrationstechnik etliche Meter tief ins Erdreich eingebracht, verdeutlicht Dimo Woitczak. Das Einbringen der Pfähle verlief ohne Hindernisse.

In der von der Eiszeit geprägten Feldberger Seenlandschaft hätte es auch anders kommen können. Es sei durchaus vorstellbar, dass man in der Tiefe auf Gesteinsbrocken stoßen könne, so Woitczak.

Wer allerdings ab heute die Baustelle am Hechtsee wieder passiert, wird von den Stahlrohrpfählen nicht mehr viel sehen. Die Ramme hatte bis zum Samstagabend auch unter Einsatz von Flutlicht und auch am Sonntag noch ganze Arbeit geleistet.

Erst im kommenden Jahr ist der ganze Weg fertig

Eine Vollsperrung wird es indessen auch noch am kommenden Wochenende geben. Am Hang zum Hechtsee muss noch eine Spundwand errichtet werden. Der Radweg schwenkt in Richtung Feldberg im Anschluss an die Brücke von der Straße weg. Die Brücke selbst wird aus zehn Feldern bestehen. Ihr Überbau erhält eine Konstruktion aus Stahlbetonfertigteilen. Die Fertigteile werden auf Jochbalken gelagert. Die Arbeiten sollen bis zum Juni dauern. Ende April, Anfang Mai sind zwei weitere Vollsperrungen der L 34 vorgesehen, sagt Dimo Woitczak.

Die Brücke ist der anspruchsvollste Teil des neuen Radwegs, der zwischen Möllenbeck und Feldberg gebaut wird. Ein Teil bis zum Abzweig nach Weitendorf ist bereits seit einiger Zeit fertig. Die lange Bauunterbrechung wurde seitens des Straßenbauamtes unter anderem mit Belangen des Naturschutzes, die am Hechtsee zu beachten sind, begründet. Dort befindet sich ein Adlerhorst, Baubeginn dürfe nur außerhalb der Brutzeit sein.

Außer dem schwierigen Gelände mit der Hanglage am Hechtsee erwartet die Radwegebauer in den kommenden Monaten auch noch ein komplizierter Teil in der Ortslage Feldberg an der dortigen Gartenanlage. Die Kosten allein für den Brückenbau belaufen sich Informationen aus dem Straßenbauamt Neustrelitz zufolge auf circa 740 000 Euro. Die komplette Fertigstellung des Radwegs ist für das kommende Jahr avisiert.

StadtLandKlassik - Konzert in Feldberg

zur Homepage