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Ratteyer Winzer erwarten Rekord-Weinlese

In Rattey beginnen sich die Trauben an den Weinstöcken bereits rot einzufärben. In drei bis vier Wochen könnte die Weinlese schon beginnen.
In Rattey beginnen sich die Trauben an den Weinstöcken bereits rot einzufärben. In drei bis vier Wochen könnte die Weinlese schon beginnen.
Marlies Steffen

Was für die Landwirte ein Fluch ist, ist für die Weinbauern im größten Weinanbaugebiet in Norddeutschland ein Segen. Die Trockenheit beschert voraussichtlich eine sehr gute Ernte.

Stefan Schmidt möchte den Tag nicht vor dem Abend loben. Aber es sieht gut aus in diesem Jahr, sagt er. Sogar verdammt gut sieht es aus. Auf den 4,1 Hektar im größten Weinanbaugebiet Norddeutschlands, rund um das Dorf Rattey bei Woldegk, könnte in diesem Jahr eine Rekordlese eingefahren werden. Und noch etwas ist rekordverdächtig: Noch nie waren die Trauben so früh reif, wie in diesem Jahr”, sagt Schmidt, der das Weingut leitet. Die ersten Vorzeichen hätten sich schon im Frühjahr gezeigt. Das Weinblütenfest fand statt und die Weinblüte war längst beendet. „Das hatten wir noch nie”, erinnert Stefan Schmidt mit Blick auf die warme Witterung, die praktisch seit dem April anhält.

Rote Trauben färben sich schon

Jetzt in den ersten Augusttagen hängen die Trauben prächtig und die roten Sorten fangen sich langsam an einzufärben. „In 30 bis 35 Tagen können wir mit der Lese beginnen”, so Schmidt. Was für die Landwirte in der Region ein Fluch ist, bedeutet für die Winzervereinigung in Rattey eher einen Segen. Die Trockenheit hat dem Wein keinen Schaden zugefügt. Die Rebstöcke sind Pfahlwurzler, ihre Wurzelenden ragen teils bis zu acht Meter in die Tiefe. Zudem ist der Boden in Rattey nicht nur sand- sondern auch lehmhaltig. „Irgendwo fließt da immer Wasser”, verdeutlicht Stefan Schmidt. Geht alles gut und kommen nicht Hagelschlag, die Stare oder gar der Waschbär in die Quere könnte es in diesem Jahr eine Rekordernte geben. Bis zu 25 000 Liter könnten es sein. Aber dazu muss die Lese erst in Papier und Tüten sein.

Dieser Tage werden die Rebstöcke erst einmal mit Netzen gegen Stare geschützt. Im vergangenen Jahren hatten die Vögel einigen Schaden in den Weinbergen angerichtet. Das soll in diesem Jahr nicht wieder passieren.