:

Rehbergerin ist Vize-Unternehmerin des Jahres

Vater und Tochter auf dem Rehberger Hof. Christa-Maria Wendig ist Vize-Unternehmerin des Jahres geworden. Ihr Vater Karl W. Wendig hatte den Betrieb auf sichere Beine gestellt.
Vater und Tochter auf dem Rehberger Hof. Christa-Maria Wendig ist Vize-Unternehmerin des Jahres geworden. Ihr Vater Karl W. Wendig hatte den Betrieb auf sichere Beine gestellt.
Anett Seidel

Sie ist Quereinsteigerin in einer Männerdomäne und als solche jetzt auch noch ausgezeichnet worden: Christa-Maria Wendig aus Rehberg. Eine Frau, die keine Angst hat, dass Familienerbe anzutreten, dafür eine Fernbeziehung in Kauf nimmt und auf ihre Mitarbeiter vertraut.

Christa-Maria Wendig ist ganz und gar Frau. Lange Haare, schmales Gesicht und geschmackvolle Kleidung. Sie ist Frau in einer Männerdomäne. Christa-Maria Wendig leitet einen riesigen Landwirtschaftsbetrieb in Rehberg (Ortsteil von Woldegk). Mit Erfolg. Jetzt ist sie Vize-Unternehmerin des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern geworden. In der Kategorie Unternehmerpersönlichkeit.

Viel Wirbel um ihre Person will sie nicht machen. Ihre Geschichte sei schnell erzählt, winkt die Geschäftsführerin ab. In Trier und Heidelberg studierte sie Jura, Politik und Geschichte. "Nach meinem Studium habe ich als Dozentin an Akademien in Stuttgart und Karlsruhe gelehrt", berichtet sie. Die Anerkennung um Englisch, Geschichte und Politik am Gymnasium und an der Realschule zu unterrichten, hat Wendig ebenfalls. Doch dann kam alles anders. Ihr Vater hatte in Rehberg - weit weg von der Heimat - längst die Landbetriebsgesellschaft Rehberg mbH, die mehrere Unternehmen vereint, auf sichere Beine gestellt. "2012 habe ich mich entschieden, die Nachfolge in unserem Familienunternehmen anzutreten", erzählt Christa-Maria Wendig.

Engagement auch im Naturschutzbereich gewürdigt

Als Quereinsteiger startete sie im Norden in der Landwirtschaft durch. Nicht lange und der Lebensmittelpunkt wurde aus Baden-Württemberg nach Mecklenburg-Vorpommern verlagert. Ihr Vater Karl W. Wendig unterstützte seine einzige Tochter. Der Quereinstieg dürfte als geglückt gelten. Zwölf Mitarbeiter gehören zum Team des Marktfruchtbetriebes. "Und demnächst kommt ein Lehrling dazu", freut sich die Chefin. Der Preis allerdings kam völlig überraschend.

Die Sparkasse hatte die Unternehmerin des Jahres für den Wirtschaftspreis nominiert. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums waren in diesem Jahr insgesamt 94 Bewerbungen in allen drei Kategorien um den Preis eingegangen. Das Geldinstitut wusste von dem Engagement auf dem Rehberger Hof - ein Marktfruchtbetrieb mit Biogasanlage, Fledermauskeller und anderen Naturschutzprojekten. Jetzt hängt eine Urkunde an der Wand in dem kleinen Bürokomplex auf dem Rehberger Hof. Auch der Blumenstrauß ist noch nicht verblüht, den es für den Titel gab. Lediglich Rolf Seelige-Steinhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Seetel Hotels auf Usedom,  musste Christa-Maria Wendig den ersten Platz überlassen.