TARFISTREIT

Remondis-Müllfahrer legen Streikpause ein

Die Mülltonnen in der Seenplatte blieben voll: Die Müllwerker waren im Ausstand. Nun gibt es ein neues Angebot, doch eine Streikverschärfung ist nicht abgewendet.
Beschäftigte beim Müllentsorger Remondis Seenplatte Logistik GmbH sind in dieser Woche in einen Streik getreten.
Beschäftigte beim Müllentsorger Remondis Seenplatte Logistik GmbH sind in dieser Woche in einen Streik getreten. Mike Zachow
Neubrandenburg.

Beschäftigte beim Müllentsorger Remondis Seenplatte Logistik GmbH sind in dieser Woche in einen Streik getreten, die Müllautos blieben auf ihren Höfen in Möllenhagen, Neustrelitz und Malchin, die Tonnen in der Mecklenburgischen Seenplatte blieben voll. Eine Ausweitung des Streiks konnte nun in letzter Minute abgewendet werden: Remondis habe ein besseres Angebot in Aussicht gestellt, teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit.

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„Wir haben immer gesagt, dass wir an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn Remondis ein verbessertes Angebot vorlegen will. Hier werden wir Wort halten”, sagte Verdi-Verhandlungsführer Mathias Bialuch. „Gleichwohl müssen wir deutlich darauf hinweisen, dass wir keine Tarifverhandlung führen werden, die im Ergebnis Armut bedeutet. Unsere Forderungen sind bekannt und mögliche Lösungsansätze haben wir in den Verhandlungen hinreichend dargestellt. Ein weiterer Vorschlag der Remondis, welcher nicht auf unsere Forderung eingeht, wird unweigerlich die deutliche Ausweitung der Streikmaßnahmen nach sich ziehen.“

14 Euro Stundenlohn für Fahrer

Tarifverhandlungen in der vergangenen Woche waren gescheitert. Denn die Unternehmensspitze von Remondis hatte lediglich eine Lohnsteigerung von 1,2 Prozent bei 36 Monaten Laufzeit angeboten. Die Verdi-Tarifkommission fordert jedoch 14 Euro pro Stunde für erfahrene Fahrer gefordert.

„Wir haben über die Medien die Haltung der politischen Vertreter der Seenplatte verfolgen können und begrüßen ausdrücklich die kritische Debatte zur Entsorgung im Landkreis. Für uns bleibt es trotzdem ein Rätsel wie ein Landkreis, der mit 40 Prozent an einem Unternehmen (Remondis Seenplatte) beteiligt ist, in dieser Form überrascht sein kann über die Einkommen der Beschäftigten bei den Tochtergesellschaften (Remondis Seenplatte Logistik)", so Bialuch weiter.

„Armut im kommunalem Auftrag sollte nicht das Ziel einer Vergabe sein, vor allem nicht wenn einem ein Teil der Gesellschaft gehört. Wir laden die kommunalen Vertreter ein, bis zu den Verhandlungen ihren Einfluss geltend zu machen und für vernünftigen Einkommensbedingungen bei der Remondis Seenplatte Logistik zu sorgen. Niemand, der von Politik als systemrelevant bezeichnet wird, sollte ein niedriglohnähnliches Entgelt erhalten”, fordert der Verdi-Verhandlungsführer.

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