MÜLLSTREIK SEENPLATTE

Remondis will Entsorgung bis zum Wochenende aufholen

Bei Remondis wird weiter gestreikt. Doch schon in Kürze soll sich das ändern. Kommunalpolitiker wundern sich derweil über die Lohn-Situation der Müllwerker.
Stehen gebliebene Mülltonnen in Malchin: Wann wird der Streik der Müllwerker beendet?
Stehen gebliebene Mülltonnen in Malchin: Wann wird der Streik der Müllwerker beendet? Torsten Bengelsdorf
Neustrelitz.

Seit dem Streik-Beginn unter Müllwerkern der Region häuft sich vielerorts der Abfall. Die Unternehmensspitze des bestreikten Entsorgungsunternehmens Remondis äußerte nun immerhin das Ziel, versäumte Abholungen bis zum Wochenende aufzuholen. Das versicherte Remondis-Sprecher Michael Schneider. Die Geschäftsführung will mit Kompromiss-Angeboten in Kürze an den Verhandlungstisch mit der Gewerkschaft Verdi zurückkehren, damit die Streiks bis zu einer endgültigen Einigung beendet werden können. Am gestrigen Mittwoch fanden aus diesem Grund zunächst interne Gespräche statt.

Dennoch steht momentan nicht fest, dass die Entsorgung wirklich derart schnell wieder anläuft: „Ob das klappen wird, ist schwer zu sagen“, räumte Michael Schneider ein. Das Unternehmen verfüge nur über eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern. Da die große Mehrheit der Mitarbeiter von Remondis Seenplatte Logistik GmbH streike, bleibe der Müll an den betreffenden Orten so lange liegen – ein Zustand, der aus Sicht des Unternehmens dringend geändert werden muss.

Einige Mitglieder des Kreisausschusses der Mecklenburgischen Seenplatte drückten nach Bekanntwerden des Streiks ihre Verwunderung über die geringen Löhne von Müllwerkern aus. Kreistagsmitglied Andreas Rösler (AfD) war davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter fair bezahlt werden. So wurde es nach seiner Aussage stets versprochen, als es in den Kreis-Gremien darum ging, Müll-Gebühren zu erhöhen. „Wir müssen es den Bürgern schließlich erklären können“, sagte Andreas Rösler.

Große Gehaltsunterschiede in einzelnen Remondis-Firmen

Laut dem zuständigen Dezernenten Torsten Fritz aus der Kreisverwaltung wurden die Verträge hingegen mit dem besser bezahlenden Unternehmen Remondis Seenplatte GmbH abgeschlossen. Gestreikt werde wiederum wegen der geringen Gehälter bei der Tochterfirma Remondis Seenplatte Logistik GmbH. Darüber äußerten einige Kommunalpolitiker sogleich ihren Unmut: „Mich erschrecken diese undurchschaubaren Firmenkonstellationen“, so Toralf Schnur, Fraktionsvorsitzender von FDP/Freier Horizont.

Nach Unternehmensangaben sind solche Gehaltsunterschiede in den einzelnen Firmen nicht ungewöhnlich. Dem Remondis-Sprecher Michael Schneider zufolge ist jeder Unternehmens-Standort für seine Wirtschaftlichkeit selbst verantwortlich. Im ländlichen Raum der Mecklenburgischen Seenplatte würden ganz andere Bedingungen für die Entsorgungsarbeit herrschen als in der Kreisstadt Neubrandenburg.

Den Streikenden geht es jedoch genau um die Auflösung solcher Ungerechtigkeiten: „Nach der Übernahme des Betriebs von Tönsmeier durch Remondis vor vier Jahren blieben viele Entgeltfragen ungeklärt und ein Kompromiss wurde vereinbart. Zugesagt wurde, dass man das Entgegenkommen der Kollegen und Kolleginnen bei den nächsten Verhandlungen nicht vergessen wird. Dies wird nun eingefordert“, so Verdi-Verhandlungsführer Mathias Bialuch.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neustrelitz

Kommende Events in Neustrelitz (Anzeige)

zur Homepage