Fiese Masche

Rentnerehepaar aus der Seenplatte übergibt Betrügern 20.000 Euro und Goldbarren

Senioren sind auf Betrüger am Telefon mit einer besonders perfiden Masche hereingefallen. Die gaukelten einen schweren Unfall der Tochter vor.
Die Polizei warnt erneut vor den fiesen Maschen von Telefonbetrügern (Symbolbild).
Die Polizei warnt erneut vor den fiesen Maschen von Telefonbetrügern (Symbolbild). © Elnur
Blankensee

Die Serie an Betrugsfällen, bei denen Geschädigte in der Seenplatte hohe Geldbeträge verlieren, nimmt nicht ab. Ein Rentnerehepaar aus Blankensee bei Neustrelitz wurde nach Polizeiangaben am Mittwoch um mehr als 20.000 Euro ihres Vermögen gebracht. Beide Senioren sind über 80 Jahre alt. Die Ehefrau hatte am Vormittag gegen 9.30 Uhr einen Anruf einer vermeintlichen Staatsanwältin aus Görlitz erhalten. Diese gab an, dass die Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht hätte, bei dem eine Radfahrerin tödlich verunglückt sei. Zudem soll der Schwiegersohn auf dem Beifahrersitz gesessen haben und bei dem Unfall ebenfalls verletzt worden sein. Die Anrufer gingen besonders heimtückisch vor. Zusätzlicher psychischer Druck wurde aufgebaut, da im Hintergrund wiederholt eine weibliche weinerliche Stimme die Worte rief: „Mutti, hilf mir!“

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Ehemann organisiert Dispokredit bei der Hausbank

Von den Opfern wurde 150.000 Euro als Kaution gefordert. Da die Rentnerin diese Summe nicht aufbringen konnte, erklärte sie, dass sie 20 000 Euro in bar, kleine Goldbarren und diverse Schmuckstücke in Gold besitze. Sie kontaktierte ihren Ehemann, der ebenfalls durch die vermeintliche Staatsanwältin über den Verkehrsunfall der Tochter in Kenntnis gesetzt wurde.

Der Ehemann organisierte anschließend telefonisch über die Hausbank einen Dispokredit in Höhe von 20.000 Euro. Er schenkte dem Hinweis des Bankangestellten auf einen möglichen Betrugsversuch dabei keine Bedeutung. Der Geschädigte holte in der Folge den eingerichteten Dispokredit vom Bankautomaten in Blankensee ab und begab sich gegen 16.20 Uhr zur vereinbarten Übergabe in die Lessingstraße nach Neustrelitz. Dort übergab der Geschädigte einem unbekannten Mann 20 000 Euro in bar, mehrere Goldbarren im Gesamtwert von rund 500 Euro sowie diversen Familienschmuck.

Der Rentner fuhr anschließend nach Hause, hegte Zweifel und verständigte von dort die Polizei. Inzwischen hat die Kriminalpolizeiinspektion Neubrandenburg die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die die Geldübergabe am Mittwoch, dem 28. Oktober, in Zeit zwischen 16.20 – 16.30 Uhr beobachtet haben oder Angaben zum Tatverdächtigen oder zu einem möglichen Fluchtfahrzeug geben können, melden sich bitte bei der Polizei unter 0395 5582 2224 oder im Internet unter www.polizei.mvnet.de.

Polizei warnt nochmals ausdrücklich vor den Betrügern

Den unbekannten Mann beschreibt der Rentner wie folgt: klein, circa 50 Jahre alt. Er trug einen schwarzen Anorak mit weißem Aufdruck, eine helle Mütze, einem weißen Mundschutz und eine schwarze Umhängetasche. Der Tatverdächtige verließ den Übergabeort anschließend zu Fuß in Richtung Kiefernheide.

Auch am Donnerstagvormittag waren die Telefonbetrüger wieder aktiv, hat die Polizei nach Bürgerhinweisen erfahren. Im Raum Neubrandenburg rufen die Betrüger insbesondere ältere Menschen an und fragten Vermögensverhältnisse ab, stellten sich als Polizisten vor oder gaben an, dass ein naher Angehöriger einen schweren Verkehrsunfall gehabt habe. Die Polizei warnt nochmals ausdrücklich, keiner fremden Person Geld zu übergeben. Wer sich unsicher ist, sollte stets selbstständig Kontakt zu seinen Angehörigen aufnehmen und das Anliegen mit diesen besprechen. Bei verdächtigen Anrufen sollte zudem die 110 verständigt werden.

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Kommentare (1)

Wenn es ein Nazi oder Reichsbürger wär hätte man schon längst wieder das gesamte Netzwerk per SEK ausgehoben. Diese Enkeltrick Leute machen einfach munter weiter, die Politik schläft, man könnte viel mehr machen. Das ist so ähnlich wie mit Wirecard, die Politik steckt eben schon mit als Räuber drin.