SANIERUNG

▶️Sanierung der Lichtenberger Kirche kostet rund 500.000 Euro

Die Glocke der Lichtenberger Kirche ist schon lange verstummt. Jetzt haben umfangreiche Arbeiten an dem Gotteshaus begonnen.
Die Glocke im Lichtenberger Kirchturm kann auch nach ihrer Sanierung nicht beliebig oft läuten.
Die Glocke im Lichtenberger Kirchturm kann auch nach ihrer Sanierung nicht beliebig oft läuten. Marlies Steffen
Lichtenberg.

An diesem Kirchturm hat der Zahn der Zeit ordentlich genagt. Und das nicht erst seit gestern. Wer von der Rüstung in luftiger Höhe auf die „Hüsung“ für die Glocke des Lichtenberger Kirchturms schaut, sieht neben der zum Glück noch intakten Glocke vor allem marodes Holz. Balken aus Eichenholz, von denen eindringende Feuchtigkeit über die Jahrhunderte nicht mehr viel übrig gelassen hat. Der teils aus dem Mittelalter stammende Turm ist einsturzgefährdet, die Kirchenglocke durfte schon länger nicht mehr läuten.

Doch es ist Besserung in Sicht. Die Arbeiten zur Turmrettung haben begonnen. Mitarbeiter zweier Firmen aus Prenzlau stehen vor der anspruchsvollen Aufgabe, bei der Sanierung den Belangen des Denkmalschutzes gerecht zu werden und dabei doch den Turm standfest und sicher zu machen. Es wird behutsam vorgegangen, „nur dort werden Hölzer komplett ausgewechselt, wo es nicht anders geht“, sagt Holger John von der Bauverwaltung des Kirchenkreises Mecklenburg. Andere Balkenteile in dem Bauwerk würden stückweise ersetzt.

Komplett ausgewechselt wird die in den 1990er Jahren erneuerte äußere Holzverschalung. Die Konstruktion aus Nadelholz ist ebenfalls verwittert. Zudem wird der Turm von unten durch eine Stahlkonstruktion gesichert. Die vor mehr als 100 Jahren abgebaute alte Turmspitze wird allerdings nicht wieder aufgesetzt. Für diese Arbeiten ist kein Geld da. Der Turm bekommt das Dach zurück, das er vor der Sanierung hatte. Die ursprünglich vorhandene Spitze war vor mehr als 100 Jahren abgenommen worden, weil der Turm damals auch schon marode war. In dieser Zeit war aber nur das Notdach aufgesetzt worden, verdeutlicht Holger John.

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Auch das Kirchenschiff ist sanierungsbedürftig

Der jetzt beschrittene Sanierungsweg hat im mehrfachen Sinne seinen Preis. Rund 500 000 Euro werden für die Arbeiten veranschlagt. Das Geld hat die Kirchengemeinde Bredenfelde, zu der Lichtenberg gehört, zu großen Teilen dem Engagement des zu Jahresbeginn überraschend aus dem Amt geschiedenen und somit ehemaligen Neustrelitzer Landtagsabgeordneten Vincent Kokert (CDU) zu verdanken. Es stammt aus dem Strukturförderfonds des Landes. Weitere Mittel werden vom Kirchenkreis Mecklenburg, aus Stiftungsgeldern der Kirche und aus einem Eigenanteil der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt.

Aber auch der denkmalgerechte Eingriff in den Turm hat seinen Preis. Die rund 400 Kilogramm schwere Kirchenglocke kann auch nach der Sanierung nicht auf ein elektronisches Geläut umgestellt werden. Zu häufiges Läuten würde die Statik gefährden, sagt Holger John. Es wird künftig nur möglich sein, die Glocke ausnahmsweise per Hand zu läuten.

Noch mehr Spenden dringend gebraucht

Als Kompromiss sei es möglich eine zweite, kleinere Glocke einzubauen. Diese könne dann regelmäßig läuten. Dafür fehle aber bislang das Geld. Nordkurier-Informationen zufolge sind weitere 6000 Euro für diese Investition notwendig. Die Gelder müssten aus Spenden zusammengetragen werden. Das aber sei angesichts der Corona-Krise gerade auch ein schwieriges Unterfangen, erfuhr der Nordkurier vor Ort. Alles in allem würde ohnehin noch deutlich mehr Geld benötigt, denn auch das Schiff der Lichtenberger Kirche ist sanierungsbedürftig. Hier gibt es vor allem Schäden am Dach.

Die Arbeiten an dem Kirchturm sollen voraussichtlich bis zum Jahresende dauern. „Aber auch auf den Baustellen haben wir mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu tun“, verdeutlicht Holger John. Zu hoffen sei, dass die Firmen ausreichend Personal für die entsprechenden Bauarbeiten stellen können.

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