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Sanders-Preis scheint so gut wie beerdigt

VonMarlies SteffenDer Kreistagsabgeordnete Christoph Poland nennt es eine bittere Pille, die geschluckt werden müsse. Das Kulturausschussmitglied favorisiert ...

VonMarlies Steffen

Der Kreistagsabgeordnete Christoph Poland nennt es eine bittere Pille, die geschluckt werden müsse. Das Kulturausschussmitglied favorisiert eine Würdigung für den gesamten Landkreis.

Neustrelitz.Der Daniel-Sanders-Kulturpreis des Altkreises Mecklenburg-Strelitz scheint aktuell keine Zukunft zu haben. Eine Haltungsumkehr sei in der Kreistagssitzung Anfang Mai nicht zu erwarten, sagte Christoph Poland dem Nordkurier.
Der Politiker aus Klein Trebbow ist selbst CDU-Kreistagsabgeordneter und Mitglied im Ausschuss für Kultur. Dort habe er für die Einführung neuer Kulturpreise, die alternierend an Jugendliche und Erwachsene vergeben werden sollen, gestimmt (der Nordkurier berichtete). Den absehbaren Wegfall des Daniel-Sanders Kulturpreisesbezeichnete Poland als bittere Pille, die geschluckt werden müsse, wenn auf die Entwicklung des neuen Kreises geschaut werden soll.
„Hätten wir auf dem Sanders-Preis bestanden, hätten die Vertreter aus den anderen Altkreisen auch auf ihre Ehrungen beharrt“, so Poland, der selbst zu den ersten Preisträgern des Sanders-Kulturpreises gehört. Zudem hat er sich in der Region in der Vergangenheit intensiv für die aktive Bewahrung des Erbes von Sanders eingesetzt. Aus seiner Sicht sei der Strelitzer Lexikograf und Demokrat (1819–1897), der mit seinem Werk Bedeutung weit über Mecklenburg-Strelitz hinaus erlangte, in Neustrelitz gut gewürdigt. Die Stadt verleihe den Daniel-Sanders-Sprachpreis an Schüler, zudem gebe es das Daniel-Sanders-Haus. Sollte sich ein neuer Preisgeber finden, wäre er bei all jenen richtig angesiedelt, die sich für Mecklenburg-Strelitz engagieren. Poland räumte aber auch ein, dass es schwierig sein werde, Preisgelder zu generieren.
Der Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos) fände es enttäuschend, wenn der Sanders-Kulturpreis abgeschafft und damit eine Tradition ausgelöscht würde. Wie Grund sagte, entstehe noch keine Identität für den Großkreis, wenn der Blick auf die Identität und das Erbe der Regionen verloren gehe. Sanders-Preisträger Horst Conradt, Chef der Alten Kachelofenffabrik in Neustrelitz, war dieser Tage aus Protest gegen die sich abzeichnende Streichung aus dem Strelitzer Kulturbeirat ausgetreten.

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m.steffen@nordkurier.de