WASSERTOURISMUS

Schleuse Steinhavel wird zur Baustelle

Auf dem Wasserweg in Richtung Berlin wird in den nächsten Jahren zwischen Priepert und Fürstenberg groß gebaut. Nun stehen erste Sperrzeiten fest.
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Die Schleuse Steinhavel liegt gleich hinter der Landesgrenze zwischen Priepert und Fürstenberg. Der Bund saniert hier in den nächsten Jahren alle Wasserbauwerke umfassend. Wasserstraßen-Neubauamt Berlin
Steinhavel ·

An der Schleuse Steinhavel haben nun die ersten größeren Bauarbeiten begonnen. Die Arbeiten, die derzeit am Wehrgraben neben der Staustufe ablaufen, beeinträchtigen die Schifffahrt auf der Havel noch nicht, heißt es aus dem Wasserstraßen-Neubauamt in Berlin. Demnach werde aktuell eine neue Brücke über den Wehrgraben errichtet. Sie dient später als Zufahrt zum Betriebsgelände und zu weiteren geplanten Baustellen an der Schleuse.

Auf eine erste Sperr-Periode müssen sich Bootsfahrer ab dem Herbst dieses Jahres einstellen. „Mit einem zweiten Baulos sollen im kommenden Winter umfangreiche Bauarbeiten in den beiden Vorhäfen ausgeführt werden“, sagt Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin. In Abstimmung mit dem zuständigen Eberswalder Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt wird die Schleuse Steinhavel daher im Zeitraum 26. Oktober 2020 bis zum 30. April 2021 für den Schiffsverkehr gesperrt.

Sperrzeiten sollen nicht in die Hauptsaison fallen

In diesem Zeitfenster erfolgen dann in beiden Vorhäfen gleichzeitig Arbeiten zur Hangsicherung, für den Ersatz der Ufereinfassungen und Wartestellen sowie Nassbaggerarbeiten zur Herstellung des Sollprofils im Gewässerbett. „Aufgrund des notwendigen umfangreichen Baugeräteeinsatzes in den Vorhäfen haben wir uns entschieden, den Ersatzneubau der Schleuse selbst erst im Winterhalbjahr 2021/22 auszuführen“, erklärt Dietrich. Denn ein gleichzeitiges Bauen in beiden Vorhäfen und zusätzlich noch an der Schleuse sei aufgrund des beengten Baufeldes aus logistischen Gründen nicht möglich.

„Es ist auch nicht zwingend notwendig“, sagt Dietrich. Am Ende würde man nur unkalkulierbare Risiken eingehen und gefährden, dass die anvisierten Schleusensperrzeiten nicht eingehalten werden. Diese sollen möglichst nicht in die Hauptsaison fallen. Dass nun aufgrund der aktuellen Lage der Wassertourismus und damit die Schifffahrt auf der Havel zum Erliegen gekommen ist, spielt im weiteren Bauablauf keine Rolle. „Wir können unsere Pläne nicht einfach umschmeißen und schnell mal was vorziehen“, sagt Dietrich.

Jährlich von 25.000 Wasserfahrzeugen frequentiert

Im Auftrag des Bundes ersetzt das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin seit November 2019 sämtliche wasserbaulichen Anlagen an der Staustufe Steinhavel. Im November hatten zunächst bauvorbereitende Arbeiten wie das Fällen von Bäumen und die Herstellung einer Baustraße begonnen. Wie schon die Schleuse in Fürstenberg (Baujahr 2010) erhält auch die neue Schleuse Steinhavel eine elf Meter breite Kammer, indem die für die Baugrube erforderlichen Stahlspundwände gleichzeitig als Kämmerwände gebaut werden. Alle Arbeiten umfassen ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 25 Millionen Euro.

Die Schleuse Steinhavel liegt in der Havel zwischen Priepert und Fürstenberg und wird jährlich von rund 25.000 Wasserfahrzeugen frequentiert. Das Hebewerk stellt ein wichtiges Bindeglied auf dem Wasserweg zwischen der Seenplatte und Berlin dar.

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